Direkt zum Hauptbereich

PANAMAKANAL, p.s.

Florian

Wir sind zwar durch den Panamakanal durch, aber einige "Kleinigkeiten" hat Martina gestern verschwiegen.

Der Advisor vom zweiten Tag war wirklich schlecht. Kommt verspätet, weswegen der ursprüngliche Fahrplan durcheinander geraten ist. Auch seine Anweisungen waren eher planlos und haben sich permanent geändert. Als wir zur vorletzten Schleuse zum Hinunterschleusen kamen, wollte er, dass wir anlegen und auf das nachkommende Schiff warten und nicht gleich in die Schleusenkammer einfahren. Und dabei ist es passiert. Da er nicht klar erklärte, wo wir anlegen sollten, war die Kaimauer plötzlich zu nahe und die ALIEN krachte dagegen - es ist uns allen durch Mark und Bein gegangen. Die Scheuerleiste wurde ordentlich verbogen und einige große Kratzer sind an der Bordwand entstanden. Die Stimmung war danach eher am Tiefpunkt und Martin war entsprechend wütend auf den Advisor.

Ich hatte außerdem für 16 Uhr ein Mietauto bei FOX Rent a Car am Flughafen in Panama City gemietet. Als sich abzeichnete, dass wir Verspätung haben würden, versuchte ich die Mietwagenfirma auf deren Hotline anzurufen - 3 mal ca. 25 Minuten - alles was ich hörte war die Warteschleife mit sanfter Klaviermusik. Als wir schließlich um 18:45 Uhr am Flughafen waren, war kein Mitarbeiter von FOX mehr da und als er von einer Kollegin angerufen wurde, teilte er mir mit, dass er kein Fahrzeug mehr habe. Ich sei ein "no show" - also unentschuldigt nicht erschienen. Na ich war satt! Alle Erklärungen waren sinnlos. Schließlich musste ich bei einer anderen Mietwagengesellschaft ein Auto mieten - natürlich erheblich teurer; aber wenigstens konnten wir zurück nach Colon.

Es war also eine abenteuerliche Panamakanal-Durchquerung.


Beliebte Posts aus diesem Blog

GUTE GEFÄHRTIN

Martina Nachdem die Esperanza ihre dritte Weltumsegelung geschafft hat, möchte ich euch meinen Rückblick auf diese wunderschöne Zeit nicht vorenthalten. Wir sind als Ehepaar und perfektes Team losgesegelt. Jeder hatte seine Aufgaben und wir haben uns wunderbar ergänzt. Das Vertrauen sich auf den Anderen verlassen zu können war immer da. Ich habe trotz meiner Seekrankheit meine Aufgaben an Bord immer wahrgenommen, war immer mit Rat und Tat zur Stelle und habe zu vielen Verbesserungen und auch Vermeidungen von größeren Problemen beigetragen. Somit habe ich einen großen Anteil an dieser gelungenen Weltumsegelung von Florian beigetragen. In über 5 Jahren habe ich auf der Esperanza 25.215 Seemeilen zurückgelegt, das spricht für sich. Die letzten von Florian alleine gesegelten 7.842 Seemeilen haben ihm, wie er selbst schreibt, viel Angst und Anstrengung gekostet, und das obwohl er die langen Strecken mit sogar 2 Helfern an Bord zurückgelegt hat.   An dieser Äußerung ist deutlich zu erken...

BALI TÄNZE

22.9./23.9.2018 Martina Mit einem kleinen Mietauto mache ich mich alleine auf den Weg durch Bali. Mein Navi führt mich über enge, steile Straßen Richtung Süden. So steil, dass man hier abwartet, bis das Auto vor einem den Stieg geschafft hat, erst dann fährt man selbst auch hinauf. Man hupt vor den engen steilen Kurven, damit man einen möglichen Entgegenkommenden warnt. Das alles bei Linksverkehr und hunderten Mopeds, die wie lästige Gelsen von überall nach überall fahren und mir teilweise dreispurig entgegen kommen. Nach anstrengenden 2 Stunden Fahrt erreiche ich mein erstes Ziel. Die "Jatiluwih Rice Fields" sind ein UNESCO Kulturerbe. Diese liegen etwas abgelegen von den gängigen Reiserouten und somit ist es nicht ganz so touristisch. Außerdem sind die Straßen so eng, dass es kein Autobus hierher schaffen würde. Ich bin überwältigt und genieße diese beruhigende Harmonie der Reisfelder. Am Strassenrand blühen die Weihnachtssterne und ich bekomme Heimweh. Voll bepackte LKWs u...

AN DIE ARBEIT

Florian Um 6:00 Uhr war Tagwache - Helmut (der Schwiegerpapa) hat eh Jetlag. Die ersten Diagnosen - Starterbatterie, Amperemeter hinüber; die Bordbatterien sind o.k.. Also ab nach Colon neue Teile kaufen. In der Zwischenzeit dringt Helmut in die Tiefen der Bordelektrik vor. Im Schiff herrscht Großbaustelle - Martina verzupft sich auf das Nachbarschiff; auf der ESPERANZA kann sie nicht einmal in Spitzenschuhen stehen. Helmut bringt den Motor wieder in Gang; die Lichtmaschine gehört noch gebändigt und der Laderegler benötigt Aufmerksamkeit. Noch einiges ungelöst. Ich montiere das neue Amperemeter und vernichte dabei eine Sicherung (man soll nicht + mit - verbinden); schließlich funktioniert die neue Anzeige. Danach erklimme ich den Mast und montiere die neue UKW Antenne - die passt. Das gebastelte Ankerlicht baue ich ab - wir haben eine neue Dreifarbenlaterne samt Ankerlicht bekommen. Also morgen wieder in den Mast. Um 19:00 Uhr machen wir Schluss - ist eh schon dunkel - und Martina ...