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Posts mit dem Label "Maupihaa" werden angezeigt.

NACH WESTEN

Florian Der Wind passt, also gehts los. Auf der Funkrunde fragt man uns nach unserem Ziel. Wir wissen es nicht, hängt vom Wind ab; zwischen Suwarow (570sm), Amerikanisch Samoa (900sm), Niuatoputapu/Tonga (1150sm), Vavau (1100sm) und Niue (900sm) ist alles möglich. Von unseren Freunden auf Maupihaa bekommen wir zum Abschied Papaya geschenkt und ich gehe noch unter Hios Anleitung ein großes Palmenherz schneiden. Um 9:30 Uhr gehen wir am 19.04.2017 Anker auf, und der ist nicht einmal verhängt - fängt gut an. Im Pass haben wir 3-4 Knoten auslaufende Strömung, zischen also mit 8-9 Knoten hinaus - kein Problem. Draußen setze ich die Vorsegel auf Butterfly ausgebaumt, der Wind kommt genau aus Osten und wir wollen genau nach Westen. Durch den Kurs schaukelt es uns ordentlich durch und Martina ist trotz Seekrankheitspflaster hauptsächlich liegend unterwegs. Ich darf mich daher wieder als Koch betätigen und wärme die von Martina vorgekochten Linsen mit Knödel auf, dann gehts in unsere erste Nach...

GOURMEEATOLL MAUPELLIA

Martina Meine Vorstellungen von der Essensvielfalt auf einem entlegenen Atoll wie diesem hat nichts mit der Realität zu tun. Ich dachte immer, dass sich die Menschen hier nur von Reis und Fisch ernähren. Ich wurde glücklicherweise eines Besseren belehrt. Die Polynesier verwenden viele ihrer Bäume, Sträucher, Blüten und Blätter, und stellen sich ihre Naturmedizin her. Weiters verarbeiten sie zB das weiche Kokosfleisch der Trinknüsse zu einer Art Kokoskäse und pürieren diesen dann zu einer herrlich nach Gorgonzola schmeckenden Sauce für ihre Maniokwurzeln. Florian lernt, welche und wie man eine Palme umschneidet, um zu dem zart schmeckenden Palmenherz zu kommen. Den täglich frisch gefangenen Fisch gibt es gebraten, gekocht oder gegrillt. Hio holt sich Langusten wann immer er will frisch vom Riff. Riesige Kokoskrabben fängt Hio mit Florian in der Dunkelheit aus dem Kokoswald gleich hinter seiner Hütte. Die Kokoskrabbe ist eine wahre Delikatesse. Florian meint zwar am Anfang, dass diese Kr...

OSTERN

Florian Ostern ist auf Maupihaa kein Thema. Sämtliche Bewohner von Maupihaa, die wir kennen lernen, sind Sieben-Tage-Adventisten. Samstag ist Feiertag, Sonntag wird gearbeitet und Christliche Feste, wie wir sie kennen - Weihnachten, Ostern, Pfingsten - feiert man nicht. Also fällt Ostersonntag, Ostereiersuchen und Eierpecken dieses Jahr ins Wasser. Dafür  versuche ich mich erstmals an einem Va´a - einem Auslegerkanu; Hio hat eines. Es ist sehr leicht - etwa 16 Kilo - und läßt sich spielend leicht paddeln. Man steigt von der Auslegerseite (Backbord) ein, damit man nicht umfällt und paddelt abwechselnd ein paar Schläge rechts und dann wieder links, um geradeaus zu fahren. Es ist wunderbar, so völlig leise und schnell durch das Atoll zu gleiten! Da Samstag nicht gearbeitet wird, besucht Hio am Freitag Abend und am Samstag die Nachbarn und kommt danach jeweils mit einem ordentlichen Rausch zurück. Die Männer hier trinken am Wochenende gerne ihr selbstgebrautes "Polynesisches Bier...

ALLTAG IN MAUPIHAA

Florian Ich nehme die Flex mit an Land und schleife alles, was so zu schleifen ist - allem voran das Werkzeug von Faimanu und Karinha für ihre Koprabewirtschaftung: Macheten, Hacken, Kopramesser (Pa´aro) und ein starker Ast mit einer Art Nagel daran, den ich zuspitze (damit werden die Kokosnüsse vom Boden aufgesammelt). Faimanu und Karinha testen die neuen scharfen Werkzeuge und bedanken sich mit einem breiten Lächeln - funktionieren nun viel, viel besser! Das Wetter hat sich beruhigt und es herrscht sonnige Windstille. Hio und ich gehen seine Austern retten. Mit Säcken tauchen wir an den Leinen entlang - maximale Tiefe 32 m - schneiden die bereits großen Austern von den Schnüren, legen sie in die Säcke und bringen sie zum Boot. Maximal 15 Austern schafft man mit einer Fuhre, dann werden die Säcke zu schwer. 2 Tauchgänge unternehmen wir, dann ist die Luft in den Pressluftflaschen zu Ende und wir tuckern mit 50 Austern zurück. Hio wird die Austern nun säubern und die Perlenrohlinge in d...

KOKOSÖL

11./12.04.2017 Martina Schon am ersten Tag hat mir Faimanu angeboten, dass sie mir zeigen kann wie man Kokosöl herstellt. Nachdem es jetzt schon seit zwei Tagen regnet und sie kein Kopra machen können, hat sie Zeit. Wir verabreden uns für 11 Uhr zur Kokosölherstellung, und ich brauche nichts mitzunehmen, denn wir benötigen nur Kokosnüsse. Bei meiner Ankunft hat sie schon 10 reife und geschälte Kokosnüsse in der von der französischen Segelyacht Colibri aus Maupiti frisch angelieferten Scheibtruhe liegen. Mit der Machete in der einen und der Kokosnuss in der anderen Hand schlägt sie mit wenigen exakt platzierten Schlägen die Kokosnüsse auf. Das Kokoswasser läßt sie ausrinnen. Wie wir schon seit der Karibik wissen, trinken die Einheimischen dieses Kokoswasser nicht. Sie trinken alle nur das Kokoswasser der grünen Kokosnüsse, und wundern sich, dass wir das Kokoswasser der reifen, braunen Nüsse gerne trinken. Sie kann mir auch nicht erklären warum sie das reife Kokoswasser nicht trinken. Ic...

KOPRA KOOPERATIVE MAUPIHAA

Florian Am ersten Abend gab es Langusten bei Hio und seinen Schwester Faimanu und Karinha, gestern Abend waren wir bei seinem Onkel Harry und seiner Frau Norma eingeladen und es gab - jawohl - Langusten, aber auch Schildkrötensteaks; gegrilltes Schildkrötenfleisch, das anschließend in eine Art Barbecuesauce eingelegt wird - schmeckt hervorragend, ein wenig nach Beef Jerky, die getrockneten amerikanischen Rindfleischstreifen. Es war ein wunderbarer Abend, der Esstisch direkt am Strand. Wir durften auch polynesisches Bier kosten - ein vergorenes Getränkt aus Wasser, Zucker und Hefe - geschätzte 20 % Alkoholgehalt. Und wir wurden zum Frühstück heute Morgen eingeladen. Um 8 Uhr kommen wir bei Harry an und es gibt - jawohl - Langusten und Schildkrötenfleisch, aber auch Bananenmarmelade und frische Papaya aus dem Garten und Pomelos aus Maupiti. Harry erklärt mir die Organisationsstruktur von Maupihaa. Die Kopragewinnung liegt in den Händen einer Kooperative aus Maupiti und nur Bewohner von M...

60.000 GERETTET !!!

Florian Wir werden in die Geschichte von Maupihaa eingehen. Hio, der hier lebt, hat vor einigen Jahren Austern für eine Perlenproduktion ausgesetzt; 5 Reihen zu je 200 m im Abstand von 10 m, ca. 5 Meter unter der Wasseroberfläche, gesichert durch Bojen. Die Austern sind gewachsen und schwerer geworden, und als Hio seine Austern wieder einmal besuchen wollte - waren sie weg. Sie waren offenbar durch ihre Gewichtzunahme auf den Grund des Atolls abgesunken, auf ca. 35 m - seit drei Jahren sucht er sie vergeblich - 60.000 Austern!! Ich kann mir nicht vorstellen, dass man 60.000 Austern auf einer Fläche von 200 m x 10 m nicht findet, also schlage ich den anderen Seglern vor, dass wir versuchen Hio zu helfen. Andi hat mit seinem Kat und einem Schleppanker schon vor einigen Tagen vergeblich versucht die Leinen zu finden. Kurt vom schweizer Katamaran - "Casa Bianca" - hat allerdings eine Drohne an Bord. Ich schlage vor mit der Drohne die Lagune abzufliegen, um womöglich von oben die ...

ICH, TROTHELLO

Martina Nachtrag: Wie viele Meilen muss man zur Zufriedenheit des Kapitäns gesegelt sein, um nicht Kielgeholt zu werden. Ich habe ca. 17.000 Meilen hinter mir und das dürfte gereicht haben, denn ich habe vergessen das Badezimmerluk vor der Überfahrt nach Maupelia zu schließen. Gleich nach unserer Ankunft gehe ich ins Bad und finde eine mittlere Überschwemmung vor. Salzwasser in der Bilge, im Waschbecken, auf den Ablagen und natürlich Spritzwasser auf allen Wänden und teilweise in den Schränken. Mein großes Glück war, dass wir Vorwind gefahren sind und wir nicht in permanenter Schräglage gesegelt sind, sondern immer nur hin und her gewackelt sind. Nachdem wir das Bad während der Überfahrten so gut wie nie benützen, haben wir es leider auch nicht bemerkt. Wir hatten eine ruhige Nacht und gönnten uns ein herrliches Sonntagsfrühstück. Während wir so an unserem Kaffee und Tee schlürfen, kommt uns Andi vom Schweizer Kat MITSU besuchen. Er versucht Hio dem 29-jährigen Polynesier mit einem Nir...

ÜBERFAHRT MAUPIHAA

Florian Zu Klarstellung: Mopelia heißt dieses westlichste befahrbare Atoll auf Französisch, Maupihaa auf Polynesisch - wir bleiben daher beim einheimischen Namen - Maupihaa. Wir verabschieden uns von Helmut und Sylvia, die beiden segeln zurück auf die Tuamotus. Wir haben allfällige Lieferungen für Maupihaa für 10:00 Uhr bestellt - doch niemand kommt bis dahin, also gehen wir und ONOTOA Anker auf. Im Knobelwettbewerb gegen den Herrn Kapitän der ONOTOA, Helmut, verliere ich (Stein verliert gegen Papier) und muss daher als erstes durch den Pass. Wir motoren also voraus, da - 1/4 sm vor dem Pass - schießt ein kleine Motorboot heran und übergibt uns bei fahrenden Schiffen noch 5 Kartons und weitere 10 Baguettes für Maupihaa. Jetzt sind wir wirklich voll. Die Ausfahrt nähert sich und wir haben ca. 1,5 Knoten auslaufende Strömung. Die Welle baut sich auf ca. 1 Meter auf, links und rechts Brecher, es gibt auch Strudel und unsere ESPERANZA bockt durch die Welle, aber wir kommen gut durch und ve...