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Posts mit dem Label "Pazifiküberquerung" werden angezeigt.

VERPFLEGUNG BEI DER PAZIFIKÜBERQUERUNG

Martina Für alle die sich nicht vorstellen könne, wie man sich mit Lebensmitteln für ein Pazifiküberquerung eindeckt, hier ist meine Proviantliste. EINKAUF 54 große grüne Bananen und 42 kleine grüne Bananen 14 Grapefruits 4 sehr grüne Ananas 21 Maracujas 14 grüne Orangen 18 Limetten 5 Paprika 15 grüne Tomaten 5 Melanzani 30 Eier (von verschiedenen Anbietern) mit Vaseline eingeschmiert und im Laufe der Fahrt immer wieder in der Packung umgedreht 1 grüner Salat 2 Gurken 2 Weißkraut 1 kg Fisolen 10 Knoblauch 4 Karotten 4 harte Avocados 3 kg Zwiebel (da hatte ich in der letzten Woche schon einen Engpass) 1 Lauch 5 kg Kartoffeln 1/2 kg Käse 1 kg (Schinken, Salami, Speck, Wurst) alles selbst eingeschweißt 1 kg Rindfleisch eingeschweißt 2 Kilo Reis und Risotto 2 x 2 kg Nudeln 5 Kilo Weizenmehl 5 Kilo Vollkornmehl und diverse Körndeln (habe ich noch aus Österreich) 4 Packungen Gnocci 3 Packungen Weizentortillas 10 Packungen Vollkornbrot 10 selbstgemachte Marmeladen 1 großes Nutellaglas 20 Müsl...

PAZIFIKÜBERQUERUNG 25.TAG

Florian 11./12.05.2016 Es ist ja kaum zu glauben, dass die Pazifiküberquerung bis zur letzten Minute spannend bleibt. 2 Seemeilen vor der Hafeneinfahrt von Atuona fährt die Angel aus. Martina schreit:“Fisch!!!“ und stürzt zur Angel, um diese einzuholen. Nach kurzer Zeit ruft sie, dass sie den Fisch nicht einholen kann, er zieht zu stark. Also muss ich ran und schnappe mir die Spule – und da ist was los! Ich ziehe den Fisch heran und wenn er anreißt, dann lasse ich wieder nach. So schaffe ich höchstens zwei Umdrehungen der Spule. Sehr, sehr langsam nur kann ich die Leine aufspulen. Ich schaue leicht besorgt nach vorne – da ist schon die Hafeneinfahrt zu sehen und eine kleine Insel davor; da wollen wir nicht draufknallen. Schließlich ca. 15 Meter entfernt taucht der Fisch endlich auf; ist es ein Hai? Jedenfalls ist er riesig und sehr kräftig. Indem ich ihn teilweise aus dem Wasser ziehe, kann ich ihn die letzten Meter näher holen. Martina muss mir unser großes Gaff bringen; ins Netz pass...

PAZIFIKÜBERQUERUNG 24.TAG

Florian 11./12.05.2016 Der vorweihnachtliche Advent hat 24 Tage und auch wir werden 24 Tage (und ein paar zerquetschte Stunden) brauchen, um endlich in Hiva Oa anzukommen. Und der Vergleich passt gut, denn auch im Advent war ich (und bin es noch immer)am Anfang aufgeregt, dass es los geht, dann wird die Zeit lange, und es geht nichts weiter, und schließlich steigt der Adrenalinspiegel, je näher das Ziel kommt und die Freude ist riesengroß, wenn es endlich vorbei ist bzw. man angekommen ist. Um 12:00 Uhr Mittags stellen wir die Uhr wieder ein Stunde zurück, sodass wir nun Bordzeit UTC +9 Stunden bzw. Österreich +11 Stunden haben. Und auch ganz zuletzt bekommen wir nichts geschenkt. Nachdem ich festgestellt habe, dass ca. 20sm vor der Insel Hiva Oa drei Untiefen existieren (also eigentlich gewaltige Unterwasserberge), die von Süd nach Nord aus 4000m Tiefe auf 54m, 18m, und 454m unter Meeresspiegel ansteigen, da habe ich den Kurs schnell wieder geändert und wir haben uns von unserer südli...

PAZIFIKÜBERQUERUNG 23.TAG

Martina 10.5/11.5.2016 Auf Grund von unangenehmer Welle und Spinnakerbaum-Reparatur, haben wir den Friseurtermin von Sonntag immer wieder verschoben. Aber am Dienstag war es dann so weit. In der Plicht am Boden sitzend, 2 Kübel Salzwasser mit einem Trinkbecher in kleinen Einheiten über Kopf und Körper verteilt, wird zum Hochgenuss. Ich muss mich mit den Beinen ordentlich verspreizen, denn die Welle ist heimtückisch. Die tägliche Waschlappenganzkörperkatzenwäs che ist zwar auch nicht schlecht, aber nach einer Woche wieder einmal mit Duschgel die Haut verwöhnen ist einfach traumhaft. Die Haare werden zum Abschluss mit Balsam verwöhnt und dann gut mit Salzwasser gespült. Der Hochgenuss sind aber dann die 6 Becher Süßwasser, die wie Champagner über Kopf und Körper fließen. Wir sind wieder wie neu geboren. Wir wurden gefragt, wie wir mit unserem Müll umgehen. Unser 20 Liter Wasserbehälter, den wir auf den Galapagos gekauft haben ist ja zerbrochen. Wir haben ihn als Müllkübel umfunktioniert ...

PAZIFIKÜBERQUERUNG 22. TAG

Florian 9./10.05.2016 Der Wind ist nun stark genug, der gebrochene Spinnakerbaum ist ein Beweis dafür. Heute habe ich den ganzen Tag versucht, den Spinnakerbaum wieder gebrauchsfähig zu machen. Der innere, dünnere (7 cm Durchmesser) Teil des Teleskopbaumes ist zerbrochen. Mit der Eisensäge habe ich die abgerissenen Teile abgesägt und den inneren Teil ausgebaut. Dann habe ich versucht den Anschlagring, der den inneren Teil vom gänzlichen Herausrutschen schützt, wieder zu montieren und ebenfalls den Kunststoffteil, der am Ende steckt und das Gleiten im äußeren Rohr erleichtern soll. Beides habe ich geschafft, nur konnte ich dann den inneren Teil nicht mehr in den äußeren stecken, da der innere Teil als ganzes leicht verbogen ist und daher im äußeren Rohr "zwickt". Also habe ich mit viel Mühe alles wieder zerlegt und nun läuft das innere Rohr ohne Anschlag und Rutschhilfe im äußeren Rohr. Zwar nicht leicht, aber ich brauche zumindest keinen Hammer mehr, um das Rohr herauszuschla...

PAZIFIKÜBERQUERUNG 21.TAG

Martina 8.5./9.5.2016 Wir sind bereits drei Wochen auf See. Vieles hat sich ganz gut eingespielt und ist zur Routine geworden. Florian hängt unsere Angel raus und macht uns ein Frühstück, danach ist unsere Funkrunde und dann schreiben wir immer unseren täglichen Blog. Über das Satellitentelefon rufen wir uns das aktuelle Wetter ab, geben auf Winlink unsere aktuelle Position ein und senden unseren Blog. Geschirrabwaschen, Katzenwäsche, Zähneputzen und Turnen, und kaum zu glauben ist es auch schon 11 h. Die Nachmittage ziehen sich je länger wir auf See sind. Ein Rundgang am Schiff, ob alles ok ist, lesen und Französisch lernen. Zu mehr Aktivitäten haben wir bei den derzeitigen ungemütlichen Bedingungen keine Kraft. Guter Wind bedeutet auch höhere Welle und ordentliche Schaukelei. Wieder ist mindestens eine Hand fürs Schiff ein MUSS! Kochen und Brot backen wird zu einer  kräfteraubenden Trainingseinheit, aber es ist ein netter Zeitvertreib und wenn´s dann auch noch gut schmeckt, sind ...

PAZIFIKÜBERQUERUNG 20. TAG

Florian 07./08.05.2016 Endlich ist genug Wind, dass die Segel nicht mehr schlagen. Und der Wind nimmt im Laufe der Nacht auch noch zu. Mich erstaunen immer wieder die Drohnen am nächtlichen Sternenhimmel. In jeder Nacht unserer Pazifiküberquerung hatten wir zumindest 2 Drohnen in Sichtweite gehabt; so auch diese Nacht wieder. Ich frage mich, welche Funktion diese Drohnen haben und insbesondere, wie sie das mit der Energieversorgung schaffen einige tausend Kilometer Luftlinie vom nächsten Land entfernt. In der Früh "knacken" wir den 129. Längengrad - nur noch 10 Längengrade bis Hiva Oa. Insgesamt werden es bis dahin 48 Längengrade seit Galapagos oder 60 seit Panama gewesen sein - das ist ein Sechstel des Erdumfanges; die Distanzen erstaunen mich immer wieder. Bislang kann ich jedenfalls bestätigen, dass die Erde rund ist. Am Morgen legt der Wind noch zu; wir haben nun gute 15 Knoten aus ESE und unser ESPERANZA fliegt wellenunterstützt mit 7 - 8 Knoten dahin (einmal leuchten so...

PAZIFIKÜBERQUERUNG 19.TAG

Martina 6.5/7.5.2016 Wir erleben einen traumhaften und überaus angenehmen Segeltag. Der Wind bietet uns ca.12 Knoten von Achtern und so schmiegt sich die Esperanza mit 6 Knoten über die Wellen. Keine schlagenden Segel, die uns quälen und wir kommen wirklich gut weiter. Ich sitze wie auf einem Kreuzfahrtschiff am Oberdeck und lese in meinem Buch "Der Schwarm". Dieses Buch hat mir eine liebe Freundin im Sommer geschenkt, und ich habe mir diesen Wälzer mit 989 Seiten für die Pazifiküberquerung aufgehoben. Ist sehr spannend aber auch beängstigend, handelt es doch von unkontrollierten Veränderungen auf den Weltmeeren. Unsere beiden Angeln werden täglich in der Früh ausgeworfen, und bei Einbruch der Dunkelheit wieder eingeholt. Gestern hatten wir ein besser getimtes Angelglück. Ein kleiner Bonito hat angebissen. Getötet, ausgenommen und filetiert kommt er ins Sackerl, und da beißt auch schon der nächste Bonito an. Perfekt, dieser ist auch um einiges größer als der Erste. Wunderbar,...

PAZIFIKÜBERQUERUNG 18. TAG

Florian 05./06.05.2016 Wir sind Onkel und Tante geworden!! Meine Schwester hat einen kleinen Samuel auf die Welt gebracht und ich soll Taufpate sein. Samuel hat also das Rennen gewonnen und ist vor uns angekommen. Bei uns ist der Wind wieder leichter und wir zittern uns durch die Gegend, in der Hoffnung, dass die Segel nicht zu sehr schlagen. Daher müssen wir wesentlich südlicher fahren, als uns lieb ist. Martina bäckt - diesmal ein hervorragendes - Brot. Ich absolviere täglich ein kleines Training - Rücken- Bauchmuskel samt Dehnen -, um keine Rückenschmerzen aufkommen zuu lassen. Ich gehe ja doch hauptsächlich gebückt an Bord und das führt ohne entsprechendes Ausgleichstraining zu Rückenschmerzen. Auch Martina turnt täglich. Am Abend rufe ich in der Funkrunde zu einem Sportquiz auf. 20 Fragen aus den unterschiedlichsten Sportgebieten (zB Wer hält den 100m Sprint Weltrekord der Frauen, mit welcher Zeit? Wer hat das Olympialied 1988 "Give me one moment in time" gesungen; und w...

PAZIFIKÜBERQUERUNG 17. TAG

Martina 04.05.05.2016 Im Laufe des Tages frischt der Wind etwas auf. Unsere Segel schlagen kaum und die unangenehmen seitlichen Schiffsbewegungen reduzieren sich deutlich. Florian meint, dass er das Gefühl hat wir sitzen in einem Gefängnis. Ja, der Vergleich kommt uns nach 17 Tagen auf engstem Raum gekoppelt mit Leichtwind Foltermethoden nicht unpassend vor. Aber wir können es nicht ändern, da müssen wir und alle anderen Segelyachten durch. Um 12:00 h haben wir unsere Uhr wieder eine Stunde nach hinten gestellt. Wir haben nun 10 Stunden Zeitdifferenz nach Österreich. Eine gute Nachricht ist, dass unser Plotter in der Nacht nur noch 1000 Meilen bis ans Ziel Hiva Oa angezeigt hat. Ab jetzt sind wir nur noch dreistellig unterwegs. An solchen Kleinigkeiten erfreuen wir uns sehr und es verleiht uns ein Glücksgefühl. Überhaupt läuft man Gefahr dauernd irgendwelche Zahlenstatistiken zu erörtern, wie z.B: jetzt haben wir den Atlantik (2072 sm) hinter uns; oder in 3 Tagen sollten wir dann nur n...

PAZIFIKÜBERQUERUNG 16. TAG

Florian 03./04.05.2016 Martina ist etwas darnieder. Das Geschaukle und das Schlagen der Segeln zehrt an den Nerven und der Schlafmangel macht sich bemerkbar. Sie ist daher wieder leicht seekrank. Ich habe sie also ins Bett geschickt, um sich richtig auszuschlafen. Was macht man, wenn die Tage lang werden? Man muss sich Beschäftigung suchen, um nicht dauern ans Weiterkommen oder irgendwann Ankommen zu denken. Ich habe daher begonnen die Konsole für unseren Autopiloten zu renovieren. Abschleifen, ein kleines "Vordach" über dem Plexiglastürchen zur Bedienungseinheit anbauen, damit dort kein Wasser mehr hineinsickern kann, alles mit meinem Vibrationsschleifer anpassen und dann Streichen. All das bei gut schaukelndem Schiff ist natürlich eine Herausforderung, aber drei Anstriche alle 8 Stunden sind schon drauf. Da sind meine Nachtwachen hilfreich, so habe ich um 15:00 Uhr, 23:00 Uhr und 07:00 Uhr laut Anleitung gestrichen. Unser Französischkurs läuft auch ganz gut, sodass wir bei ...

PAZIFIKÜBERQUERUNG 15.TAG

Martina 2.5/3.5.2016 Geduld ist gefragt! Wir haben nach wie vor sehr leichten und instabilen Wind. Immer wieder schlagen die Segel und diese Schläge zerren an unserem Rigg und unseren Nerven. Ich bin sehr froh, dass wir unser Rigg im März 2015 bis auf die beiden Achterstagen erneuert haben. Wie schon oft von anderen Yachten gehört, ist auch unsere Esperanza nach 15 Tagen von Entenmuscheln am Ruder und am Heck befallen. Florian versucht mit einer Metallspachtel und einer Verlängerung die Ansätze der hartnäckigen Biester zu entfernen. Interessant ist, dass sie hauptsächlich auf der Steuerbordseite auftreten, da wir doch einen Großteil am Steuerbordrumpf segeln. Das Bordleben ist im Moment relativ unangenehm. Wir schaukeln fürchterlich von einer Seite auf die Andere, und legen dabei eine sehr geringe Strecke zurück. Hoffentlich wird es bald besser, aber laut Wettervorhersage müssen wir uns noch bis Freitag den 6.5. gedulden. Diese Schiffsbewegungen tun meinem Magen nicht so gut, trotz neu...

PAZIFIKÜBERQUERUNG 14. TAG

Florian 01./02.05.2016 Das Segelspiel geht weiter. Am Vormittag mit jeweils ausgebaumter Genua und Fock Butterfly schaukeln wir mit 3 Knoten durch die Gegend, dann dreht der Wind südlicher, sodass die Luv-Seitige Genua keinen Wind mehr bekommt. Also alles umbauen, Fock weg und Genua nach Lee, voll aufgespannt, wodurch wir natürlich weiterhin prachtvoll daherwackeln. Wenigstens schlägt aber derzeit nichts. Unser elektrisches System an Bord gibt Rätsel auf. Unsere 2 Solarpaneele mit 100W und 50W laden zusammen bei Sonnenhöchststand maximal 2,8 Amp in die Bordbatterien (mit einer Spannung von ca. 20 V), die dann 12,6 V  (also fast voll) anzeigen. Am Abend, wenn die Sonne weg ist, ist die Spannung herunten auf 12,1-12,2V (also nur noch 25 % voll), sodass wir jeden Abend ein Stunde lang den Motor zum Laden aufdrehen. Warum das so ist, ist mir nicht ganz klar, aber ich werde bei nächster Gelegenheit (wenn wir Landstrom haben) eine Desulfatisierung der Batterien versuchen; da werden diese...

PAZIFIKÜBERQUERUNG 13.TAG

Martina 30.4./1.5.2016 Der Wind, der Wind, das himmlische Kind! Mitten am Pazifik hat uns nun der Wind verlassen. Nicht nur uns, sondern alle Segelschiffe der Funkrunde berichten über wenig bis keinen Wind. Die Windwellen haben sich verabschiedet und es bleibt die lange, fast unspürbare Dünung von ca.2 Metern. Abgesehen davon, dass wir uns im Schneckentempo  fortbewegen, haben wir es sehr gemütlich. Wir bewegen uns wieder halbwegs normal an Bord und kriechen nicht mehr auf allen Vieren über den Bretterboden. Wir sollten uns einmal filmen, wenn wir wieder wie die Babys am Hosenboden durchs Schiff robben. Florian ist unermüdlich darauf bedacht, jeden auch noch so kleinen Windhauch einzufangen. Ich glaube jede erdenklich mögliche und auch unmögliche Segelstellung sind wir durch. Groß rauf, Bullenstander festzurren, Genua ausbaumen wunder bar es läuft. Keine 10 Minuten später schlagen die Segel; Groß runter, Fock dazu und ausbaumen, herrlich es läuft. Der Wind dreht und wieder schlagen...