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PAZIFIKÜBERQUERUNG 22. TAG

Florian

9./10.05.2016

Der Wind ist nun stark genug, der gebrochene Spinnakerbaum ist ein Beweis dafür. Heute habe ich den ganzen Tag versucht, den Spinnakerbaum wieder gebrauchsfähig zu machen. Der innere, dünnere (7 cm Durchmesser) Teil des Teleskopbaumes ist zerbrochen. Mit der Eisensäge habe ich die abgerissenen Teile abgesägt und den inneren Teil ausgebaut. Dann habe ich versucht den Anschlagring, der den inneren Teil vom gänzlichen Herausrutschen schützt, wieder zu montieren und ebenfalls den Kunststoffteil, der am Ende steckt und das Gleiten im äußeren Rohr erleichtern soll. Beides habe ich geschafft, nur konnte ich dann den inneren Teil nicht mehr in den äußeren stecken, da der innere Teil als ganzes leicht verbogen ist und daher im äußeren Rohr "zwickt". Also habe ich mit viel Mühe alles wieder zerlegt und nun läuft das innere Rohr ohne Anschlag und Rutschhilfe im äußeren Rohr. Zwar nicht leicht, aber ich brauche zumindest keinen Hammer mehr, um das Rohr herauszuschlagen. Dabei habe ich leider auch einmal meine Hand getroffen, aber ich werd´s überleben. Nach 5 Stunden war der Spinnakerbaum wieder an seinem alten Platz; er ist zwar ca. einen Meter kürzer, aber prinzipiell kann ich ihn jetzt wieder verwenden. Das Problem bei derartigen Reparaturen ist natürlich, dass man immer eine Hand zu wenig für die notwendige Arbeit hat. Das Schiff schaukelt stark und so soll man dann alles erledigen - ein wenig Akrobatik ist da immer dabei. Würde mich jemand fragen, was er lernen soll, wenn er auf Weltumsegelung gehen möchte, ich würde ihm als erstes auftragen einen Fahrradschlauch auf der Hochschaubahn zu wechseln. Wenn er das nicht kann, dann wird es schwierig die notwendigen Bordreparaturen zu meistern.



Unsere Bordbatterien laden wir jetzt Morgens und Abends je eine Stunde. Beim abendlichen Quiz war die Bordspannung so niedrig, dass unser Funkgerät nicht mehr ordentlich funktioniert hat. Aber wegen der raueren See auf Grund des starken Windes benötigt unser Autopilot auch mehr Strom - aber er hält uns auf Kurs!

Die Seemeilen fliegen dahin; wir haben noch 2 Zwiebel, 2 Grapefruit und 6 Orangen - und auch in meiner Nutella ist noch etwas drin; die Versorgungssituation ist also noch gut genug! Martina findet in ihrer Schatzkiste auch noch immer kulinarische Schmankerl; heute gabs asiatisches Hühnerfleisch - ganz hervorragend!! Obwohl wir nicht sollten, zählen wir die Meilen. Bereits unter 300! Als wir von Korsika nach Menorca übersetzt haben, waren wir nervös - drei Nächte und 247sm - das war eine Leistung! Ja, ja - man lernt dazu!!

Position 10.05.2016, 16:00 UTC, 09°47´S 134°16´W, Log 4223, etmal 154 sm, Es geht uns gut genug!




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