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ÜBERFAHRT RANGIROA

20./21.02.2017 Florian Rangiroa ist das übernächste Atoll, es ist das größte Atoll der Tuamotus. 75 sm sind es vom Pass in Apataki zum östlichen Pass Tiputa von Rangiroa, zu viel für einen Tag also müssen wir eine Nachtfahrt einlegen. Um 15:30 Uhr gehen wir Anker auf – oder zumindest versuchen wir es, denn nach dem Sturm hat sich die Kette unseres Hauptankers kunstvoll um einige Korallenköpfe gelegt. Ich muss zwei Mal Tauchen gehen, um unsere Kette zu befreien – auf 12 Metern nicht ganz einfach, aber nach 20 Minuten sind wir frei. Der Pass Tehere von Apataki zeigt sich von seine freundlichen Seite; 3,5 Knoten auslaufende Strömung und wenig Welle – kein Problem. Draußen setzen wir alle Segel, die wir haben und drehen unseren Bug nach Nordwesten. Der Wind ist leider leichter als angesagt, und so müssen wir mehr anluven als es unserem Kurs entspricht und wir benötigen, um im Norden an Arutua vorbeizukommen. Die CINDERELLA eilt uns voraus und so geht es in die Nacht. Diese ist sternenklar ...

KAUM ZU GLAUBEN

19.02.2017 Martina Das Tief ist weiter Richtung Südosten gezogen und wir können unsere Esperanza für einen Strandspaziergang verlassen. Im Atoll ist wieder Ententeich und bei dem Anblick dieser unglaublichen Ruhe, können wir fast nicht glauben, was sich hier vor 2 Tagen abgespielt hat. Nachdem wir gerne weiter fahren möchten, geht es mit dem Dingi zum NW Pass, um die Lage zu inspizieren. Auch hier finden wir eine völlig normale Situation vor. Die 3 Meter hohen Wellen sind verschwunden, doch die Spuren der Naturgewalten sind deutlich zu sehen. Entwurzelte Palmen, tonnenweise weißer, frisch angespülter Korallenbruch und Polynesier, die an ihren Behausungen arbeiten, die die Welle teilweise vernichtet hat. An der Innenseite des Passes steht ebenfalls eine Hütte, und die dort wohnenden Männer winken uns herbei. Voller Stolz zeigen sie uns die prall gefüllten Fischreusen. Es sind hunderte Fische verschiedenster Art, die sie in Apataki Süd gut verkaufen können. Sie bieten uns auch Fisch an, ...

ÜBERLEBT

18./19.02.2017 Florian Eines war der Sturm ganz sicher – nicht witzig! Aber zum Glück ist auch der schwerste Sturm irgendwann vorbei. Die ESPERANZA hat sich vorbildlich verhalten und uns gut beschützt. Heute Morgen ist der Wind auf 10 Knoten abgeflaut und endlich sehen wir wieder ein wenig Sonne. Endlich gibt’s auch wieder Strom aus unseren Solarpaneelen. Wir reißen alle Luken und Bullaugen auf und lassen frische Luft herein – großes Auftrocknen ist angesagt. Ich inspiziere das Deck und finde einige Stellen, an denen der Regen die Sikkaflexfugen abgelöst hat, die ich ausbessern muss. Das Dingi ist ein Schwimmbad. Wir nehmen ein angenehmes Bad im Süßwasser und dann geht’s daran den Zweitanker aufzuholen. Ich muss die Trosse an einigen Stellen aus den Korallen befreien und auch die Kette hat sich unter einen Korallenblock ordentlich eingegraben. Nicht ganz einfach auf 12 Metern zu arbeiten – mir geht die Luft rasch aus, aber ich bekomme alles frei. Dann hole ich die Kette per Hand am Bug...

NOTFALL

16./17.02.2017 Florian Donnerstag morgen ist der Wind auf 20 - 30 Knoten zurückgegangen. Nach der letzten Nacht erscheint das richtig angenehm. Leider kommen immer wieder Squalls durch, die uns wieder ordentlich auf die Seite legen und der Regen kanns auch noch immer. Der Tag schleppt sich vorbei. Als es dämmert sehe ich auf einmal Lichtblitze vom Ufer. Von der Hütte leuchtet jemand mit der Taschenlampe hektisch in unsere Richtung. Ich hole unsere Taschenlampe und antworte ebenfalls mit Lichtzeichen. Dann sehe ich rote Lichter bei der Hütte. Irgendwer hat da ein ernsthaftes Problem. Der Wind pfeift ordentlich, die Welle und schlechte Sicht machen es auch nicht einfacher. Mit dem Dingi ans Ufer fahren oder nicht – gute Frage. Nach einiger Diskussion mit Martina entscheide ich, dass ich hinüber fahre. Falls ein Mensch in ernsthafter Gefahr ist, kann ich nicht tatenlos zusehen. Vorsichtig steuere ich unser Dingi Richtung Ufer, die starke Taschenlampe ins Wasser gerichtet, um Korallenköpfe...

ANGST

15.2. und 16.2.2017 Martina Die Windprognose sagt starke Winde für Donnerstag 16.2. und Freitag 17.2. 2017 aus Nord bis Nordwest voraus. Ein großes Tiefdruckgebiet wird in den nächsten 5 Tagen von NW Richtung SO ziehen, und wir sind genau in der Zugbahn dieses Tiefs. Wir legen uns am Dienstagabend bei 20 Knoten Wind beruhigt schlafen, doch um 23:45 Uhr reißen uns die ersten heftigen Windböen und Regen aus dem Schlaf. Schnell aufstehen, alle Fenster schließen, unser Wassersammelsystem anhängen. Wir sind zwar mit unserm Zweitanker gut abgesichert, aber zu meiner Beruhigung aktiviert Florian den Ankeralarm auf einen Radius von 40 Metern. Zurück in unsere Koje versuchen wir noch etwas Schlaf zu bekommen. Gelingt uns leider nur teilweise und so sind wir froh, dass die Nacht um 5:30 Uhr sein Ende findet. Der Wind legt immer mehr zu und unser Windmesser am Heck zeigt Windspitzen bis 30 Knoten. Noch ist der Wind aus Nord und wir haben unter diesen Bedingungen nicht den besten Wind- und Wellens...

SCHUTZSUCHE

13./14.02.2017 Florian Die Nacht beim winzigen Motu ist ruhig, aber der Wind dreht über Nacht von Südost nach Nord. Das herannahende Sturmtief macht sich bemerkbar. Anker auf und ins Nordwesteck von Apataki. Die Cinderella hat sich bereits fest verankert und wir finden in ihrer Nähe einen guten Ankerplatz. Am Strand finden wir einen Grillplatz, den wir gleich für eine Grillerei nützen. Die Griller hier sind praktisch: ein altes Ölfass und ein paar Lagen Hasenstallgitter – fertig; und funktioniert bestens. Über Nacht dreht der Wind allerdings von Nord auf Nordwest und wir stehen bereits leicht auf Legerwall – also nichts wie weg hier. Der Wind hat auch schon zugelegt und bläst mit 15 – 20 Knoten. Wir suchen den Uferbereich dieses Nordwestwinkels nach einem gut geschützten Ankerplatz ab. Wir brauchen guten Schutz gegen Nord bis West und Platz nach Lee, falls der Anker nicht halten sollte. Nach 2 Stunden Suche entscheide ich mich für einen Ankerplatz im Lee eines Motus ca. 1 sm nördlich v...

NACH NORDEN

11./12.02.2017 Florian Am Samstag übernimmt die Cinderella die Führung. Unsere Damen sind glücklich über die Perlen, die sie erfolgreich erstanden haben. Franz ankert 3 sm später schon wieder an einem verlassenen Strandabschnitt. Am Ufer finden wir eine verlassene Hütte. 20 schöne Solarpaneele und eine vergammelte Batteriebank – so werden die Dinge hier gewartet. Unsere Hoffnungen auf tolle Muscheln am Außenriff hier im Niemandsland erfüllen sich leider nicht; hier sieht alles trost- und leblos aus. Am Sonntag geht’s weiter nach Norden. Die Cinderella zieht bei gutem Wind mit 6-7 Knoten davon (ein Kat bei Flachwasser ist schon schnell); wir setzen alles, was wir haben und verfolgen mit 5-6 Knoten. Das Nordosteck ist in Sicht aber wir wollen zum Nordwesteck zwecks Windschutz vor dem vorhergesagten Nordweststurm. Also schneiden wir die Nordostecke ab und steuern das Nordufer von Apataki an. In der Mitte des Nordufers finden wir ein winziges Motu mit einem kleinen Häuschen auf Stelzen – s...

BUNTE PERLEN

10.02.2017 Martina Wir verlassen unseren Ankerplatz vor der Carinage von Apataki. Der angenehme Südostwind bläst uns die wenigen Meilen Richtung Norden, wo wir in der Nähe einer aktiven Perlenfarm ankern wollen. Kaum ist der Anker im Sandboden verschwunden machen wir uns auf einen ausgedehnten Strandspaziergang. Dagmar von der SY Cinderella begleitet uns. Nach wenigen Schritten im groben Korallenbruch schreit Florian auf. Er ist abgerutscht und hat sich ein altes schmutziges Holzstück durch seine  Huarachis gebohrt und es ist in seiner Ferse stecken geblieben. Den größten Teil des Holzes hat er gleich selbst heraus gezogen, doch ich erkenne trotz starker Blutung, dass da noch etwas größeres Schwarzes in der Wunde steckt. Ab ins Dingi und wieder zurück an Bord, Erste Hilfe Box auspacken und mit Hilfe einer starken Lupe alle Holzsplitter herausholen. Danach noch einmal gut desinfizieren und verbinden, wozu habe ich denn bei einem guten Arzt gearbeitet! Florian ist die Lust auf einen ...

WEITER GEHT´S

07./08.02.2017 Florian Die Wassertanks sind gefüllt. Wir verabschieden uns dankbar von der netten Familie und erhalten jeder Ketten und auch Trinkkokosnüsse als Abschiedsgeschenk. Dann hole ich das Brot von der Bäckerei - besser gesagt ich versuche es. Zunächst ist die Bäckerin nicht zu finden, dann soll ich das bestellte Brot um 13:00 Uhr abholen. Um 13:00 Uhr finde ich sie wieder nicht und als ich sie finde meint sie, sie hatte ein Problem und die Brote werden erst Morgen um 5:30 Uhr in der Früh ausgeteilt. (Das hat man von Monopolbetrieben.) Am Abend pilgern wir vollbepackt mit Klavier, Geige und Gitarre zu Noemi, die uns gezeigt hat, wie man Noni-Saft herstellt. Als kleines Dankeschön will ich für sie musizieren. Sie führt uns zum Haus einer Freundin. Diese ist sturzhagelbesoffen von selbstgebrautem Palmwein. Das Konzert fällt daher eher kurz aus und Noemi ist der zustand ihrer Freundin auch offensichtlich unangenehm. Die Nacht ist kurz. Der Wecker ist auf 5:15 Uhr gestellt. Um 5:3...

NONI

06.02.2017 Martina Ich verlasse um 9:45 Uhr mit einem Sack Schmutzwäsche unser Schiff und spaziere wie beim Kinoabend vereinbart zum Flughafen. Dort arbeitet eine junge Französin, die mir angeboten hat bei ihr privat die Wäsche zu waschen. Sie teilt mir aber leider mit, dass sie zu wenig Wasser habe, und daher meine Wäsche doch nicht waschen kann. So mache ich mich mit meinem Sack auf und frage eine Polynesierin, die gerade in ihrem Garten steht, ob sie so nett wäre und ich meine Wäsche bei ihr waschen dürfe. Catherina sagt sofort ja und ihre Tochter Florence hilft mir dabei. Ich kann auch herrlich frische große Freilandeier bei ihr kaufen, die gerade von ihrer Schwägerin geliefert werden. Florian fragt Catherina wie man das polynesische Wunderelexir aus der Nonifrucht herstellt. Sie reicht uns mit der Frage an eine ältere Dame – Noemi - weiter. Noemi hat früher hier auf Apataki mit ihrem zweiten Mann (dem Ortsgendarm) gelebt, und ist nach seinem Tod nach Tahiti gezogen. Sie hat 7 Kind...