Direkt zum Hauptbereich

Posts

Posts mit dem Label "Überfahrt" werden angezeigt.

HEIMWEG

Martina Im Laufe des Vormittages ist eine leichte Brise aufgekommen. Wir sind wieder unterwegs Richtung Westen. Die Wetterhexen sind jetzt an Bord der SY Plastik Plankton, die sind ca.350 Seemeilen hinter uns. Sie klagen über Wind aus allen Richtungen, Flaute, Dauerregen und Gewitter. Wir haben Sonnenschein und eine kleine lange Welle, und mein Seekrankheitspflaster erlaubt mir erstmals erfolgreich im Cockpit etwas zu lesen und weiter an meiner Perlenkollektion zu basteln. Täglich legen wir unsere Angeln aus, aber bis auf einen kurzen Biss eines Fisches, der sich aber gleich wieder selbst befreit hat haben wir kein Glück. Deshalb sind wir heilfroh, dass ich noch viele verschiedene, selbst eingekochte Gerichte habe. Wenn eine Überfahrt mühsam und anstrengend ist, freut man sich doppelt über etwas Gutes zu Essen. Am Nachmittag erreichen wir den 167. Längengrad. Normalerweise kein besonderer, doch für uns schon, denn damit haben wir mit der ESPERANZA seit unserer Abfahrt in Lignano/Italie...

WETTERHEXEN

Florian Wir haben schon befürchtet zu schnell zu sein und morgen in der Nacht in Niue anzukommen. Diese Gefahr ist gebannt, denn es gibt ja - Wetterhexen. Sie ärgern Segler indem sie die Messtationen für die Wettervorhersagen manipulieren und sie verändern den Wind immer genau so, wie man es nicht braucht. Die Windvorhersage prophezeit 12 Knoten Ostwind - und zwar noch bis 26., dann sollten wir in Niue sein, danach Flaute - also perfekt für uns. Soweit die Theorie. In praxi haben wir ca. 10 Knoten Wind aus Ostnordost, also genau in Richtung Niue, doch 10 Knoten sind zu leicht für Vorwindkurs und wir haben keinen Spinnaker. Mit gerefften Vorsegeln schaffe ich es jedoch langsam genug zu sein, dass wir noch genug Luftströmung im Segel haben, dass es im Gewackle der Welle nicht dauernd schlägt. Ich ändere schließlich die Segelstellung auf Raumschot, doch der Wind dreht und wir segeln plötzlich Kurs 180° anstatt 259°. Ich wende, der Wind dreht und wir segeln Kurs 300°. Schließlich um 13:00 ...

DURCHHALTEN

Florian Die Welle ist größer geworden und der Wind konstant bei 15 Knoten. Wir rollen unangenehm nach Westsüdwest (Kurs 260°). Unser Ziel ist Niue, angeblich der kleinste Inselstaat der Welt. Wir lesen in unseren Führern alles an Informationen, das wir finden können - sieht spannend aus. Martina liegt und das ewige Geschaukle nagt an ihren Nerven. Ich schaue mir einen Film an und als Martina es auch versucht, kommt die Seekrankheit wieder und sie vergießt einige Tränen der Verzweiflung. Ich nehme sie in den Arm, tröste sie und schicke sie dann Schlafen,um sich auszurasten. Obwohl wir ausschließlich liegen oder sitzen, ist so eine lange Überfahrt dennoch sehr anstrengend. Wir befinden uns nun bereits den fünften Tag auf der "Hochschaubahn" - Aussteigen gibt es nicht und die große Welle, der permanente Wind, die durchwachten Nächte, die lauten Geräusche und das Geschaukle machen natürlich auch Angst - das zehrt an den Nerven und der Substanz. Auch ein Grund, warum ich mich an L...

REPARATUREN AUF DER HOCHSCHAUBAHN

Florian Das Wetter wird besser. Die dicken Wolken zerfallen zu Passatwölkchen und der Wind wird konstanter. Wir sind mangels zweiten Baumes nur mit der Genua unterwegs und rollen daher ganz hervorragend in der unruhigen Welle. In dieser Hochschaubahn mache ich mich an die Reparatur des abgebrochenen Spinnakerbaums. Am Vordeck sitzend, irgendwo Halt suchend, säge ich die zerbrochenen Enden des Teleskopbaums ab. Dann muss ich den Kopf des Baums abschrauben und kann den gebrochenen Teleskopteil herausschieben. Den abgeschnittenen nun kürzeren vorderen Teil stecke ich wieder in das größere Rohr des Teleskopbaumes und schraube alles wieder zusammen. Der Baum hat nun nicht mehr 5,50 m  sondern nur noch 4,40 m maximale Länge, aber besser als nichts. Die "Hochschaubahnreparatur" dauert 3 Stunden, doch dann sind wir wieder mit beiden Vorsegeln Buttterfly unterwegs. Auch die Nacht verläuft ereignislos. Wir entscheiden uns nördlich des zu den Cook Inseln gehörigen Palmerston Atolls vorb...

BÖSE ÜBERRASCHUNGEN

Florian Der Tag beginnt angenehm. Die Squalls sind vorbeigezogen und wir sehen ein wenig Sonne. Ich lege daher die mobile Solarpaneele hinaus, um unsere Batterien so gut als möglich zu laden; wir laden mit bis zu 18 Ampere. Martina entdeckt eine Lacke am Fussboden - Salzwasser. Da war gestern Abend schon eine - sie dachte von einer Welle, die bei der Dachluke ein wenig hereingespritzt hat. Nun aber wird sie misstrauisch und öffnet ein Bodenbrett zur Bilge - BÖSE ÜBERRASCHUNG - wir haben viel Wasser in der Bilge - Salzwasser. Sinken wir?? Ich werfe die elektrische Bilgepumpe an und pumpe auch mit der Handbilgepumpe, sodass wir in 5 Minuten geschätzte 70 Liter und damit das schlimmste abgepumpt haben. Dann schöpfe ich den Rest aus. Wir sinken also - noch - nicht. Wo kommt das Wasser her? Die Borddurchlässe in Bad und Küche sind dicht, also muss ich in den Motorraum. Ich überprüfe zunächst den Kühlwasserkreislauf, der über die Impellerpumpe das Kühlwasser im Wärmetauscher und dadurch den ...

NACH WESTEN

Florian Der Wind passt, also gehts los. Auf der Funkrunde fragt man uns nach unserem Ziel. Wir wissen es nicht, hängt vom Wind ab; zwischen Suwarow (570sm), Amerikanisch Samoa (900sm), Niuatoputapu/Tonga (1150sm), Vavau (1100sm) und Niue (900sm) ist alles möglich. Von unseren Freunden auf Maupihaa bekommen wir zum Abschied Papaya geschenkt und ich gehe noch unter Hios Anleitung ein großes Palmenherz schneiden. Um 9:30 Uhr gehen wir am 19.04.2017 Anker auf, und der ist nicht einmal verhängt - fängt gut an. Im Pass haben wir 3-4 Knoten auslaufende Strömung, zischen also mit 8-9 Knoten hinaus - kein Problem. Draußen setze ich die Vorsegel auf Butterfly ausgebaumt, der Wind kommt genau aus Osten und wir wollen genau nach Westen. Durch den Kurs schaukelt es uns ordentlich durch und Martina ist trotz Seekrankheitspflaster hauptsächlich liegend unterwegs. Ich darf mich daher wieder als Koch betätigen und wärme die von Martina vorgekochten Linsen mit Knödel auf, dann gehts in unsere erste Nach...