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RÜCKBLICK MARTINIQUE

Martina Martinique ist im Vergleich zu den südlicheren Inseln der Windward Island Gruppe, oder auf Deutsch "Inseln über dem Winde", eindeutig die Zivilisierteste. Ganz stark ist der Geldfluss aus der EU zu sehen. Immer wieder fuhren wir an Baustellen mit Planungsplakaten und dem EU Symbol und den Aufschlüsselungen der Finanzierung vorbei. Das alleine ist aber auch hier kein Garant, dass die Baustellen auch fertig werden. Wie uns der lieb gewordene Besitzer des Elsässer Restaurants Philipp erklärte, buttert die EU sehr viel Geld in die verschiedensten Überseedepartements und der eine oder andere Euro versickert auch hier. Wir verbrachten eine tolle Zeit auf Martinique. Wir  haben es genossen für unsere Esperanza die gewünschten Ersatzteile so problemlos zu erstehen. Es war herrlich schon vor dem 8.Dezember dem "Wahnsinnsweihnachtseinkaufstag" die Weihnachtsgeschenke zu erstehen. Die Natur, das kristallklare Wasser und die Menschen auf Martinique sind wunderbar. Heute...

2. ADVENTSONNTAG

Florian Um 7:00 Uhr früh ist hier Sonntagsmesse – und zwar die einzige. Dafür predigt der Pfarrer 1 Stunde und die ganze Messe dauert 2 Stunden – Kariben haben Zeit. In uns unverständlichem Französisch wird es allerdings ein wenig lang. Danach verwöhnen wir uns mit einem Frühstück im Kaffeehaus, bevor es aufs Schiff geht für einige kleine Arbeiten. Ich habe endlich die Sikkaflextube aus dem Kühlschrank mit weiteren Dichtarbeiten am Schanzkleid verarbeitet – die war Martina schon sehr im Weg. Die alte Dichtmasse ist weich und schmierig; natürlich einen ziemliche Sauerei diese aus den Fugen zu kratzen und neu zu verfugen. Naja - Stück für Stück – irgendwann bin ich herum. Dann geht´s in den örtlichen – sehr gepflegten - Waschsalon, um unsere Wäsche zu waschen; danach sieht unsere ESPERANZA immer wie ein Flüchtlingsschiff aus. Ja und am Abend bei wunderschönem Sonnenuntergang und absoluter Flaute war natürlich Adventsingen im Cockpit angesagt – die 2. Kerze brennt schon.

JAHRESTAG

Martina Wir sitzen mit je einem Glas Rotwein an Deck und denken an den: 6.12.2013  Die Aufregung und innerliche Unruhe hatte uns schon sehr früh den Schlaf geraubt. Wir begannen um 6h in der Früh mit den letzten Abschlussarbeiten auf der Esperanza. Heute ist unser großer Tag, wir werden es wagen und den Atlantik überqueren. Wir sprachen kaum, und arbeiteten brav unsere "to do Liste" ab, denn wir Beide wussten ganz genau was noch alles zu tun war damit wir wirklich Atlantik-tüchtig waren, oder besser gesagt, dass die Esperanza hochseetauglich wurde. Wir waren so angespannt, ich glaube sogar das Geräusche einer auf den Boden fallenden Stecknadel hätte unsere Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Das Henkersfrühstück in der Marina Mindelo mit Florian´s Eltern verlief im Nachhinein betrachtet nur mit smal talk. Alle waren bemüht die angespannte Stimmung zu übergehen, doch es war eindeutig, die Angst saß allen vieren spürbar in den Knochen. Wir wurden mit Gottes Segen verabschiedet, u...

WEIHNACHTSSHOPPING

Florian Da wir heute unser Mietauto um 13:00 Uhr zurückgeben müssen war noch Zeit, um im großen Shoppingcenter von Martinique separat – sonst wär´s ja keine Überraschung - Weihnachtseinkäufe zu absolvieren. Verraten wird hier natürlich nichts. Martinique ist betreffend Mietauto günstig – EUR 100,00 für 4 Tage vollversichert einen Renault Twingo; das ist wesentlich günstiger als auf den bisherigen Inseln. Naja, damit ist es nun vorbei. Zurück an Bord war ein wenig Aufräumen und Reparieren angesagt. Das Dingi ist vom oftmaligen über den Sand schleppen am Heck bereits ganz abgeschliffen; das muss ich mit Glasfaser und Epoxy wieder aufbauen. Auch beginne ich die Sikaflexfugen zwischen Scheuerleiste und Deck neu zu machen. Das alte Sikaflex ist bereits weich und klebrig – mühsam es herauszukletzeln; und man wird ganz super dreckig dabei. Stück für Stück muss ich das neu Abdichten. Mir wird nicht fad. Martina macht sich ans Spleißen einer neuen Ankersicherung, und sonst leidet sie leider unt...

KOPFWEH

Florian Dies ist unser 400. Blogbeitrag!! Heute haben wir die Ostseite von Martinique erkundet. Die Atlantik(Ost-)seite ist gepflegter als die Westseite. Neben den Straßen gibt es prachtvolle Blumen und die Häuser wirken sehr nett. Womöglich lässt man sich hier lieber nieder, weil der Wind vom Atlantik immer angenehm bläst und die Hitze dadurch erträglicher wird. Wir schauen auf den Atlantik und denken mit Gänsehaut an den 6.12.2013 - Aufbruch Alantik. Auffällig ist auch, dass es hier extrem viele Bananenplantagen gibt; an viele Orten so weit das Auge reicht - Bananenplantagen. Wir erkunden auch die beiden Halbinseln, die in den Atlantik hineinreichen. Schöne Häuser an der stark gegliederten Küste prägen das Ortsbild. Martinique ist wirklich eine gute Mischung zwischen karibischem Flair und europäischer Gründlichkeit; preiswert ist es allerdings nicht. Am Abend zurück an Bord war endlich Zeit unsere als "Bezahlung" für die alte Ankerkette erhaltenen Fische zu essen. Ich musst...

SKLAVENWEG

Martina Schon im März haben uns Annemarie und Roland von der SY Angicamaro über den Sklavenweg erzählt. Ein absolutest MUST, und für meine Knie geradezu perfekt, da er auf 3,5 km nur einen Höhenunterschied von 15 m hat. Am Mittwoch sind wir mit unserem Mietauto nach Fonds Saint Denis gefahren. Dort wurde gerade an einem Bau um Holzkohle herzustellen gearbeitet. Hier im absolut natürlichen Teil von Martinique ticken die Uhren trotz EU noch anders. Rasch finden wir den "Canal de Beauregard" der ca. 1770 von einem Herrn Beauregard geplant und von hunderten Sklaven auf den Hängen des Morne Cabet gebaut wurde, um die Städte und Felder von Saint Pierre und Cabet mit Wasser zu versorgen. Die Wanderung über den Sklavenweg hat mich in zweierlei Hinsicht beeindruckt. Erstens ist er lieblich, verspielt und romantisch in die Landschaft eingegliedert. Zweitens machten mir die Gedanken an die Sklaven die hier geschunden und gepeinigt wurden das Herz schwer. Es ist ein ganz besonderer Ort d...

EIN GUTER TAG

Florian Ich bin um 6:30 Uhr aufgewacht und habe mich hinausgeschlichen, um Martina nicht zu wecken. Ins Dingi und Ankerkette holen (davor auch noch ein frisches Baguette fürs Frühstück). Mit dem Mietauto (ein kleiner Renault Twingo, den wir mit der Ankerkette "tiefer gelegt" haben) fuhr ich an den Strand bis 2 Meter ans Wasser und legte die Kette vorsichtig vom Auto ins Dingi. Daraufhin war auch unser Dingi "tiefer gelegt". An Bord gab´s zunächst ein hervorragendes Frühstück und danach hievte ich die neue Kette an Bord. Dann montierte ich die neue Nuss (das ist jener Teil, der die Ankerkette "greift") und wir holten den alter Anker auf (die Kette sprang wieder mehrfach aus der Nuss - ganz klar, Kette ausgeleiert). Dann übernahm Martina das Steuer und hielt unsere ESPERANZA vom Ufer und anderen Objekten fern. Ich montierte die neue Kette an den Anker und gleichzeitig tauschte ich die verrosteten Ketten an unserem Zweit- und Drittanker mit Teilen der alten K...

ANKERKETTE

Martina Es hat sich schon lange abgezeichnet, und jetzt war es dann wirklich so weit. Schon auf den Kap Verde Inseln hat Florian altes, schwarzes Motoröl über unsere Ankerkette geleert. Ich war darüber nicht sehr erfreut, denn: 1.) konnte man die Ankerkette nicht mehr angreifen ohne dass man wie ein Mechaniker ausgeschaut hat. 2.) wenn wir den Anker wieder eingeholt haben, war ich und das gesamte Vordeck übersät mit Salzwasserölspritzern. Und wer steht am Anker und schaut jedes Mal aus wie ein Schmutzfink - die Martina Während unsere Esperanza am Trockendock stand, haben wir die stark verröstete und dreckige Kette in ein Oxalsäurebad gelegt und gehofft dadurch den Rost los zu werden. Leider nicht mit dem erwünschten Erfolg. Desweiteren begann die Kette seit neuestem bei jedem Anker auf Manöver über die Ankernuss zu springen. Das war ein Gerumpel, das mir durch Mark und Bein gegangen ist. Ich habe zu Florian gesagt, das kann nicht gesund sein, so machen wir die Ankerwinsch kaputt. Als e...

1.ADVENTSONNTAG

Martina Während Florian auf den Mont Pelée gelaufen ist, habe ich mich weiter an die unglaublich vielen Chromteile gemacht. Bis Weihnachten soll unsere Esperanza wieder glänzen. Ja und dann begab ich mich auf die Suche nach brauchbaren Zubehör um einen Adventkranz zu basteln. Zuerst haben wir versucht irgend etwas Adventkranz ähnliches zu finden, doch das war chancenlos. Beim Durchsuchen meiner Schatzladen habe ich dann ein grün-goldenes Geschenkband gefunden und dies als Kranzimitation drapiert. Mit kleinen bunten Teelichtern und 4 Plastikkugeln auf einem goldenen Tischset ist er dann doch ganz lieb geworden. In St.Pierre gibt es ein elsässisches Lokal mit sehr guter Internetverbindung und Spezialitäten aus dem Elsass. Wir genießen am Abend eine geselchte Stelze mit Sauerkraut und Kartoffeln, und dazu herrliches offenes Bier. Gut gesättigt fahren wir auf unsere Esperanza zurück und feiern mit Gitarrenklängen den ersten Advent.