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Posts mit dem Label "Pazifik" werden angezeigt.

EIN SPEZIELLER TAG

Florian Heute vor 3 Jahren haben wir Österreich verlassen, sind mit unserem Auto samt Anhänger mit unseren Habseligkeiten über die österreichische Grenze nach Italien, um unsere Weltumsegelung anzutreten. Nach 3 Jahren unseres Abenteuers und vielen interessanten Gesprächen mit anderen Langzeitseglern, warum wir uns in dieses Abenteuer wagen, hat sich eine Antwort herausgebildet, die auch von vielen anderen Seglern bestätigt wird: Man lebt wesentlich intensiver als Langzeitsegler. Die Höhen und Tiefen des Lebens werden extremer empfunden, da man extrem der Natur ausgesetzt ist und man permanent auf neue Herausforderungen stößt, Situationen, auf die man nicht vorbereitet ist bzw. die man nicht erwartet hätte. Das macht aufmerksamer und wachsamer und man nimmt die Dinge des Lebens intensiver auf. Schwierig zu erklären – das muss man schätze ich selbst empfunden haben, um es nachvollziehen zu können. Außerdem ist heute mein 49. Geburtstag! Und wie haben wir diesen gefeiert? – siehe vorsteh...

WARTEN AUF WIND

Florian Es ist ja ganz gemütlich so mit 2-3 Knoten auf flachem Wasser dahinzuschaukeln - aber weiter kommt man dabei nicht. Zum Glück ist keine Welle und die Segel schlagen nicht zu sehr. Bei 4-6 Knoten Wind geht aber nicht mehr. Am Himmel keine Wolken und wir haben unser übliches Programm: Frühstück, Blog schreiben, kleine Bordarbeiten, Französischkurs, Lesen, Abendessen, Schiff fertig machen für die Nachtwache, Nacht. Wir schlafen gut, denn die ESPERANZA gleitet ohne Schaukeln durch das glatte Meer. So geht auch die zweite Nacht ohne Schwierigkeiten und angenehm vorbei. Am Morgen haben wir dann wieder Wolken am Himmel und am Vormittag kommt Wind auf, so dass wir mit 5-6 Knoten unserem Ziel rasch näher kommen. Wir werden Tahiti vom Süden aus anfahren und den Pass zur Marina Taina nehmen, dann ersparen wir uns Motoren im Lee der gut 2000m hohen Insel und müssen auch keine Genehmigung zum Passieren des Flughafen einholen. Wenn alles klappt, sollten wir morgen Vormittag vor Anker gehen u...

HAIALARM

Martina Wir verlegen uns zur nördlichen Passeinfahrt von Tahanea. Geplant ist für den 2.7. ein schöner Drifttauchgang bei einfließender Tide im Pass, danach Esperanza segelfertig zu machen und danach bei auslaufender Tide Tahanea zu verlassen. Ich stehe wieder am Bugsprit und halte Ausschau, dass wir ja auf kein Korallenriff auflaufen. Wir fahren zwar unserer Spur nach, aber die extra Meilen die wir bei unserer mühsamen Ankunft durch Aufkreuzen zurücklegen mussten sparen wir uns natürlich. Mit Genuaunterstützung legen wir die Strecke in 2 ½ Stunden zurück, und Florian fängt sogar einen prächtigen Fisch. Am Ankerplatz angekommen, beginne ich den Fisch zu filetieren. Das spricht sich auch unter Wasser schnell herum, und kaum sind die Reste im Wasser gesellen sich auch schon 5 Schwarzspitzenhaie um uns herum. Ich bitte Florian den Ankerkontrolltauchgang heute entfallen zu lassen. Ohne jeglichem Widerspruch stimmt er mir zu, lieber programmieren wir einen 25 m Ankeralarm auf unserem Plotte...

HOCHZEITSTAG

Florian Beziehungen sind natürlich immer schwierig, doch auf einem Schiff, wo man sich permanent so nahe ist, hat eine Beziehung eine noch intesivere Qualität. Und so sind wir doch ein wenig stolz, dass unsere Beziehung die Stürme der Zeit überstanden hat. Es gibt doch immer wieder Momente, da die Beziehung heftig "gebeutelt" wird (etwa, als Martina auf den Galapagos das Schiff verlassen wollte). Wichtig ist, dass man sich wieder versöhnt. Und deshalb ist ein Hochzeitstag eine gute Gelegenheit die Beziehung Revue passieren zu lassen. Es war unser 14. Hochzeitstag und wir haben ihn mit einem hervorragenden Essen und unserer traditionellen Flasche Hochzeitswein (AUGUR 2000, Rotwein, Velich, Apetlon) gefeiert. Am nächsten Tag haben wir wieder einmal alles (reparierte) Wasserspielzeuge ins Dingi geladen und sind an den Strand. Ich habe den verlorenen Mastfuss nachgebaut und den Mast polyestert. Als ich das Segel aufziehen wollte, ist er allerdings wieder an der selben Stelle abge...

MOTU RUNDGANG

Martina Der Starkwind hat sich etwas beruhigt und die Wolkendecke gibt die ersten Sonnenstrahlen seit Tagen wieder frei. Vor uns liegt ein längliches Motu (Insel) mit unzähligen hohen Kokospalmen und verschiedestem sattem Grün, eingesäumt in kitschig weißen Korallenstrand und umschlossen von einem unbeschreiblichen Angebot an Blautönen die keine Farbpalette bieten kann. Schöner kann es nicht sein und die Erinnerung an die mühsame Fahrt vor drei Tagen verblasst. Wir schnappen uns das Dingi und gehen auf Schatzsuche. Das kleine unserer Esperanza schutzbietende Inselchen hat einen Umfang von ungefähr 2 Kilometern. Wir haben Schlapfen mit etwas festeren Sohlen, denn der weiße Strand schaut nur fein aus. Bis jetzt sind alle Strände hier in Französisch Polynesien aus spitzen groben Korallenteilen, die uns ein Barfußgehen nicht wirklich erlauben. Dieses kleine Motu wird immer wieder von Einheimischen gepflegt, die Kokosnüsse gesammelt und Kopra gewonnen. Wir treffen zwar niemanden an, kommen ...

DER TAG DANACH

Florian Wir haben wundervoll geschlafen. Kein Wackeln, nur das Pfeiffen des Windes, aber unser Anker sitzt gut und wir rattern auch nicht über Korallen mit unserer Ankerkette. Heute habe ich den guten Wind und den sicheren Ankerplatz genützt und habe meinen Windsurfer wieder einmal aktiviert - das letzte Mal war ja auf Union Island in St.Vincent and the Grenadines. Zwei Schiffe mit Kitesurfern ankern neben uns und so haben wir uns am Strand getroffen. Leider musste ich beim Aufbauen feststellen, dass die Metallplatte, die den Mastfuss am Sufbord hält fehlt. Zurück zum Schiff habe ich aus einer kleinen Metallplatte unter Zuhilfenahme von Feile, Bohrer und Gewindeschneider einen neue Platte angefertigt. Zurück zum Strand hat es noch einige Unwegbarkeiten gegeben, aber schließlich war mein Windsurfer startklar. Mit 7,2m² war mein Segel womöglich etwas groß für den starken Wind, denn ich bin ordentlich herumgefetzt - womöglich lag es aber auch an der mangelnden Übung, dass ich immer mehr a...

MEINE NERVEN

25./26.6.2016  Martina Das neue Ziel liegt 60 Seemeilen von uns entfernt und heißt Tahanea. Nach unserer missglückten Einfahrt in das Atoll Makemo setzen wir wieder unsere Segel und nehmen Kurs 220°. Der Wind nimmt schon deutlich zu und so segeln wir mit Groß im 2. Reff und 50% gereffter Genua mit 6 Knoten durch die Nacht. Wir hoffen, dass uns diese Riffeinfahrt bei Tagesanbruch gelingt. Laut Tabellen sollte es um 6 Uhr Früh soweit sein. Um 22 h Nachts drehen wir 10 Seemeilen vor dem Atoll Tahanea bei und kommen so abwechselnd zu etwas mehr Schlaf. Um 4:15 setzten wir unsere Fahrt Richtung Atolleinfahrt fort. Es ist schon hell, aber dicke schwarze Wolken bedecken wie angekündigt den Himmel. Der Wind pfeift uns mit 20 Knoten um die Ohren. Während Florian auf die Einfahrt zusteuert, beobachte ich mit dem Fernglas die Einfahrtlage. Alles schaut gut aus, keine Turbulenzen, kein Wellenchaos. Die Passage geht ganz schnell und völlig unproblematisch, wir hatten null Gegenströmung. So jetz...

WAS NUN

Martina Die Wettervorhersage kündigt für Sonntag den 26.6. 2016 starken SO Wind an. Wir beschließen daher unseren sicheren Ankerplatz schon am Freitag zu verlassen. Unter Berücksichtigung der "Slack tide" verabschieden wir uns von den umliegenden Schiffen und segeln gemeinsam mit der SY Omweg nach Makemo. 90 Seemeilen liegen vor uns, und so sollten wir eine gemütliche Nachtfahrt haben und im Morgengrauen durch die  Atollpassage bei einlaufender Tide einlaufen können. Der Wind hat uns trotz gereffter Segel eine schnelle Fahrt beschert, und so haben wir um 4 Uhr Nachts beigedreht. Bei Tagesanbruch sehen wir die wilden Wellen und ein Strömungschaos. Die Tabellen werden überprüft, wir besprechen uns mit SY Omweg und funken auch noch mit anderen Yachten. Eigentlich ist jetzt der beste  Einfahrtszeitpunkt, es wird nur schlechter. Wir versuchen unser Glück und steuern in die Wellenberge. Unsere Esperanza wird wild geschüttelt, unser Bug wird wie von Geisterhand nach rechts und links...

HAI-PARANOIA

Florian Ciguaterra ist in den Gegenden, in denen wir segeln immer ein Thema. Es wird durch Rifffische übertragen, die befallene Algen von den Korallen fressen. Ciguaterra ist eine Nervenkrankheit, bei der man etwa kein Temperaturempfinden mehr hat; man kann nicht unterscheiden, ob etwas heiss oder kalt ist und man fühlt sich monatelang schlecht. Also Achtung vor Ciguaterra! Hier in Raroia soll es das angeblich nicht geben, und daher habe ich meine Harpune ausgemottet und bin mit Martina und Frans von der holländischen OMWEG auf Fischjagd gegangen. Alle sagen dir du musst sofort aus dem Wasser, wenn du einen Fisch geschossen hast, da die Haie gleich da sind und den Fisch sofort aus dem Wasser geben. Also sind wir ganz nah zum Dingi geschnorchelt. Es hat nicht lange gedauert, und schon habe ich den ersten Papageifisch geschossen (die sind hier fast weiß). Wie der Pfitschipfeil sind wir aus dem Wasser ins Dingi und ich habe den Fisch an der ca. 4 m langen Leine nach uns ins Dingi gezogen....

KON TIKI

Florian Gestern am Strand hat es uns ja ordentlich verregnet. Der Winter läßt grüßen - seit gestern haben wir ja Winter hier bei uns. Heute sind wir dann zum historischen Ort des Geschehens - Kon Tiki Island. Hier soll Anfang August 1947 die Kon Tiki am 101. Tag ihrer Überfahrt von Peru aus gelandet sein (oder besser gestrandet/zerschellt). Die Insel ist nicht aufregend, aber ein kleines Denkmal erinnert an das historische Ereignis. Heute leben hunderte Feenseeschwalben auf Kontiki Island Am Rückweg hole ich uns von einer Palmeninsel drei Kokosnüsse mit viel Kokosmilch und dickem Kokos - wir werden nicht verhungern. Dafür sorgen auch PLASTIK PLANKTON und OMWEG, die wir am Abend auf unser Vordeck geladen haben. Wir haben die historische Dokumentation über die Kon Tiki Expedition aus 1957, die einen Oskar gewonnen hat. Jeder hat ein wenig zu Essen mitgebracht und so sitzen wir nach Sonnenuntergang und machen Kino. Auch wenn Österreich bei der Fussballeuropameisterschaft ausgeschieden ist...

PERLENFARM

Martina Über die tägliche Funkrunde erfahren wir, dass die etwa 1 Seemeile südlich von uns gelegene Perlenfarm besucht werden kann. Gigi, so heißt die Aufseherin aus Neukaledonien, gibt angeblich gerne Auskunft über die einzelnen Arbeitsschritte der Perlenzucht. Mit dem Dingi gleiten wir dank unserer Auguste in kürzester Zeit zur Perlenzuchtinsel. Laut bellende Hunde kündigen uns schon von weitem an. Es gibt einen großen Steg, der auch uns zum Dingi befestigen angeboten wird. Beim ersten Atemzug merken wir schon extremen Fischgeruch. Überall am Boden liegen Berge von leeren stinkenden Muscheln, dick bewachsene Seilstränge und prall gefüllte Muschelplastikkörbe. Eine Baracke direkt am Ufer, in der die Hauptarbeit der Perlenzucht verrichtet wird, mit weit geöffneten Fenstern und Türen, dürfen wir besuchen. Gigi empfängt uns und erklärt die einzelnen Arbeitsschritte. An ca. 1,50 cm langen Seilsträngen werden die Muscheln für die spätere Perlenzucht gezogen. Die dicht bewachsenen Muscheln ...

RAROIA

Florian Raroia ist das Atoll, auf dem Thor Heyerdahl mit seiner Kon Tiki im Jahr 1947 gelandet ist - allerdings auf der gegenüberliegenden Seite von der Einfahrt - dem Pass - in das Atoll, vor dem wir jetzt unsere Kreise ziehen. Ein Atoll ist wie eine Supperschüssel. Irgendwo ist ein Stückchen vom Rand durchbrochen, dort kann man ein- und ausfahren. Allerdings schwappt das Wasser vom offenen Pazifik über den Rand der "Schüssel", sodass das Wasser durch den Pass ausrinnt. Dazu kommen noch Ebbe und Flut, die die Flussrichtung im Pass beeinflussen. Es ist eine Wissenschaft zu errechnen, wann man ein- oder ausfahren kann. Wenn man zur falschen Zeit ankommt, dann sieht das so aus, wie wir das jetzt sehen - schauerlich; ein Wildbach mit ca. 100 m Breite und ca. 300 m Länge, Welle ca. 1,5 m und heftige Strömung. Da die letzten Tage immer starker Wind und Welle waren, ist viel Wasser über das Riff (den Schüsselrand") ins Atoll geschwappt, das nun im Pass ausrinnt. Dadurch versch...

ÜBERFAHRT MARQUESAS - TUAMOTUS 1. TEIL

Florian Um 08:40 Uhr gehen wir "Anker auf". Es sind 425 sm direkte Linie von Ua Pou nach Raroia in den Tuamotus (16°00´S 142°28´W), doch diese Linie verlassen wir bereits bei der Ausfahrt aus dem Hafen. Wir wollen möglichst weit im Westen von Ua Pou vorbeisegeln, um nicht zu sehr in den Windschatten der hohen Insel zu geraten. Kurz fangen wir einen Funkspruch der MUKTUK auf, die auf Nuku Hiva noch Wasser bunkern und Morgen nach Alaska aufbrechen - ca. 4000 sm - gute fünf Wochen Überfahrt; dagegen kommen wir uns wie Segelschüler vor. Kurz geraten wir in den Windschatten von Ua Pou und schalten die "Eiserne Genua" ein, doch danach bläst der Wind mit guten 10-15 Knoten. Bei unserem Kurs von 198° müssen wir ziemlich hart an den Wind. Am Nachmittag schlägt meine Angel an, und ich ziehe einen schönen Tunfisch an Bord. Die zweite Angel holen wir auch gleich ein; ca. 1,5 kg frische Tunfischfilets sind genug fürs Erste. So geht es in unsere erste Nacht. Diese verläuft ruhig ...