Direkt zum Hauptbereich

HAIALARM

Martina

Wir verlegen uns zur nördlichen Passeinfahrt von Tahanea. Geplant ist für den 2.7. ein schöner Drifttauchgang bei einfließender Tide im Pass, danach Esperanza segelfertig zu machen und danach bei auslaufender Tide Tahanea zu verlassen.
Ich stehe wieder am Bugsprit und halte Ausschau, dass wir ja auf kein Korallenriff auflaufen. Wir fahren zwar unserer Spur nach, aber die extra Meilen die wir bei unserer mühsamen Ankunft durch Aufkreuzen zurücklegen mussten sparen wir uns natürlich. Mit Genuaunterstützung legen wir die Strecke in 2 ½ Stunden zurück, und Florian fängt sogar einen prächtigen Fisch.



Am Ankerplatz angekommen, beginne ich den Fisch zu filetieren. Das spricht sich auch unter Wasser schnell herum, und kaum sind die Reste im Wasser gesellen sich auch schon 5 Schwarzspitzenhaie um uns herum. Ich bitte Florian den Ankerkontrolltauchgang heute entfallen zu lassen. Ohne jeglichem Widerspruch stimmt er mir zu, lieber programmieren wir einen 25 m Ankeralarm auf unserem Plotter, das sollte reichen. An die Ankerkette haben wir bei 40m unseren großen Kugelender montiert, damit die Kette nicht zur Gänze am Meeresboden liegt und sich womöglich um eine der vielen Korallen wickelt.
Ein kurzer Landgang mit dem Dingi verschafft uns die Möglichkeit bei einer zur Zeit unbewohnten Hütte unseren Mist zu verbrennen. Ich entdecke eine aus Palmwedeln geflochtene Tasche und versuche diese - leider erfolglos - nachzumachen.




Zurück am Schiff zerlegt, reinigt und schmiert Florian unsere  großen Winschen. Diese haben in letzter Zeit schon seltsame quietschende Geräusche von sich gegeben.
Ich koche uns eine herrliche Fischsuppe und danach Fischfilet auf Serbische Art. Kaum ist der Fisch im Begriff verdaut zu werden schläft Florian auf der Bank ein. Es ist erst 19:30 und ich hoffe es lag nicht am Fisch, dass Florian schon so früh die Patschen gestreckt hat!
Unser Ankeralarm schlägt zwei Mal an, aber der Grund ist, dass der Wind etwas mehr nach Ost gedreht und unsere Esperanza sich natürlich gleich brav mitgedreht hat. Den Radius von 25 m hat sie dabei überschritten. So ein Alarm lässt uns natürlich gleich aus dem Bett springen, aber auf der anderen Seite ist man beruhigt, dass er so gut funktioniert.

Den Drifttauchgang am nächsten Morgen haben wir gestrichen. Zu kühl, zu viele Haie und die Überfahrt gleich im Anschluss nach Tahiti lassen bei mir keinen Wunsch nach Tauchen aufkommen.
Die Wind- und Wettervorhersage  für die nächsten Tage schaut ganz gut aus, und so passieren wir die Passausfahrt mit Genuaunterstützung und 3 Knoten Gegenströmung trotzdem ohne Probleme. Der Wind und die Welle sind wie angekündigt sanft, ich habe ein Seekrankheits-Pflaster hinters Ohr geklebt, denn man weiss ja nie. Wir genießen die leichte Brise und langsam kommen wir auch so nach Papeete. Schön wäre, wenn wir den 5.7.schaffen, dann könnten wir Florians Geburtstag in einem netten Restaurant feiern.

03.07.2016 Position 1900 UTC: 16°50´S 145°58´W Noch 200 Seemeilen bis nach Tahiti/Papeete

Beliebte Posts aus diesem Blog

GUTE GEFÄHRTIN

Martina Nachdem die Esperanza ihre dritte Weltumsegelung geschafft hat, möchte ich euch meinen Rückblick auf diese wunderschöne Zeit nicht vorenthalten. Wir sind als Ehepaar und perfektes Team losgesegelt. Jeder hatte seine Aufgaben und wir haben uns wunderbar ergänzt. Das Vertrauen sich auf den Anderen verlassen zu können war immer da. Ich habe trotz meiner Seekrankheit meine Aufgaben an Bord immer wahrgenommen, war immer mit Rat und Tat zur Stelle und habe zu vielen Verbesserungen und auch Vermeidungen von größeren Problemen beigetragen. Somit habe ich einen großen Anteil an dieser gelungenen Weltumsegelung von Florian beigetragen. In über 5 Jahren habe ich auf der Esperanza 25.215 Seemeilen zurückgelegt, das spricht für sich. Die letzten von Florian alleine gesegelten 7.842 Seemeilen haben ihm, wie er selbst schreibt, viel Angst und Anstrengung gekostet, und das obwohl er die langen Strecken mit sogar 2 Helfern an Bord zurückgelegt hat.   An dieser Äußerung ist deutlich zu erken...

BALI TÄNZE

22.9./23.9.2018 Martina Mit einem kleinen Mietauto mache ich mich alleine auf den Weg durch Bali. Mein Navi führt mich über enge, steile Straßen Richtung Süden. So steil, dass man hier abwartet, bis das Auto vor einem den Stieg geschafft hat, erst dann fährt man selbst auch hinauf. Man hupt vor den engen steilen Kurven, damit man einen möglichen Entgegenkommenden warnt. Das alles bei Linksverkehr und hunderten Mopeds, die wie lästige Gelsen von überall nach überall fahren und mir teilweise dreispurig entgegen kommen. Nach anstrengenden 2 Stunden Fahrt erreiche ich mein erstes Ziel. Die "Jatiluwih Rice Fields" sind ein UNESCO Kulturerbe. Diese liegen etwas abgelegen von den gängigen Reiserouten und somit ist es nicht ganz so touristisch. Außerdem sind die Straßen so eng, dass es kein Autobus hierher schaffen würde. Ich bin überwältigt und genieße diese beruhigende Harmonie der Reisfelder. Am Strassenrand blühen die Weihnachtssterne und ich bekomme Heimweh. Voll bepackte LKWs u...

ÜBERFAHRT NACH KOLUMBIEN

Martina 25.4.2015 Wir haben Kuba also wie geplant am 25.4. in der Früh verlassen. Vor uns liegen ca.580 sm und wir rechnen mit 5 Tagen und 4 Nächten. Zwischen Kuba, Haiti und Jamaika gibt es bekanntlicherweise entweder viel Wind oder nur umlaufende Schwachwinde. Unser Hauptaugenmerk lag aber auf die zu erwartenden Windverhältnisse vor dem Kap Aguja in Kolumbien. Denn am Festland ragt ein 5395 m hoher Berg in den Himmel. Dadurch entstehen hier laufend extrem starke Winde. Unter Seglern als eine sehr schwierige Strecke bekannt, Wind und Welle machen einem das Leben schwer. Es wird empfohlen den Bereich gut zu beobachten und mit einem Abstand von 100 sm zu umfahren. Schon mein Vater hat von einer seiner schwierigsten Überfahrten von den ABC Inseln (Curacao) nach Panama berichtet. In den Papierseekarten finden wir seine Wegpunkte mit einem Abstand von nur 50 sm. In unserer ersten Nacht auf der Höhe von Jamaika, kommt schön langsam Wind auf. 26.4.2015 Gleich nach der südöstlich von Jamaika ...