Direkt zum Hauptbereich

DOMINO

Martina

Eine kritische Stimme:
In der Karibik geht alles sehr langsam, immer wieder hört man, "jeh meeeeeeeen", zur Beruhigung, als Versicherung es wird schon erledigt werden, aber bis es dann passiert, das dauert. Für uns Europäer ist das teilweise unerträglich. Schon alleine mit welcher unglaublichen Langsamkeit sie sich bewegen und schauen, das verlangt jede Menge Geduld. Florian war gestern in einem Bauzubehörgeschäft und hat nach verschiedenen Dingen gefragt, die Herren haben gemeint, dass sie das alles nicht haben. Als Florian dann, verfolgt durch einen Mitarbeiter, durch die Halle gegangen ist, und all das gefunden hat was er wollte, kam jedes mal die Antwort, ach ja, ach so, na ja. Sie haben einfach keine Ahnung und auch keinerlei Antrieb etwas zu verkaufen. Wie das Geschäftsleben hier funktioniert ist uns ein Rätsel.
Am Tag des Kranens der Esperanza haben wir uns in der Mittagspause einen Hamburger bestellt. Es waren noch 6 andere Gäste im Restaurant. Nach 50 Minuten haben wir nachgefragt, ob sie unser Essen vergessen haben. Die Antwort war unglaublich: Nein, aber sie hat noch eine Bestellung vor uns, dann macht sie unsere Burger. Wir haben dann storniert, denn die Mittagspause des Kranfahrers war jetzt auch vorbei, und wir mussten zurück zum Schiff. Es ist unglaublich!
Pünktlichkeit ist hier ein Fremdwort, Verlässlichkeit eine große Unbekannte und die Arbeitsmoral ist gering, aber in ihrer Mittagspause da zeigen sie sich plötzlich von einer ganz anderen Seite.

Unterhaltungsaktivität Nr.1 in der Karibik ist Domino spielen.


Pünktlichst um 12h zu Mittag strömen alle Arbeiter der Marina zusammen und schon geht´s lautstark zur Sache. Da werden die Dominosteine mit einer Wucht auf den Tisch geknallt, ich habe das Gefühl je lauter desto besser. Plötzlich sieht man auch Leben in ihren schläfrigen Augen aufflammen, und sobald ein Spiel vorbei ist, gibt es einen sehr schnellen Wechsel der 3 Verlierer, nur der Gewinner darf weiter spielen. Diese Energie und diese Spannung halten sie genau eine Stunde, und dann schlurfen sie zurück an ihren Arbeitsplatz und verfallen sofort wieder in ihrer Lethargie.


Ja, alles hat 2 Seiten, Herzinfarkt Aufgrund von Stress oder Burn out gibt´s hier sicher nicht!

Beliebte Posts aus diesem Blog

GUTE GEFÄHRTIN

Martina Nachdem die Esperanza ihre dritte Weltumsegelung geschafft hat, möchte ich euch meinen Rückblick auf diese wunderschöne Zeit nicht vorenthalten. Wir sind als Ehepaar und perfektes Team losgesegelt. Jeder hatte seine Aufgaben und wir haben uns wunderbar ergänzt. Das Vertrauen sich auf den Anderen verlassen zu können war immer da. Ich habe trotz meiner Seekrankheit meine Aufgaben an Bord immer wahrgenommen, war immer mit Rat und Tat zur Stelle und habe zu vielen Verbesserungen und auch Vermeidungen von größeren Problemen beigetragen. Somit habe ich einen großen Anteil an dieser gelungenen Weltumsegelung von Florian beigetragen. In über 5 Jahren habe ich auf der Esperanza 25.215 Seemeilen zurückgelegt, das spricht für sich. Die letzten von Florian alleine gesegelten 7.842 Seemeilen haben ihm, wie er selbst schreibt, viel Angst und Anstrengung gekostet, und das obwohl er die langen Strecken mit sogar 2 Helfern an Bord zurückgelegt hat.   An dieser Äußerung ist deutlich zu erken...

BALI TÄNZE

22.9./23.9.2018 Martina Mit einem kleinen Mietauto mache ich mich alleine auf den Weg durch Bali. Mein Navi führt mich über enge, steile Straßen Richtung Süden. So steil, dass man hier abwartet, bis das Auto vor einem den Stieg geschafft hat, erst dann fährt man selbst auch hinauf. Man hupt vor den engen steilen Kurven, damit man einen möglichen Entgegenkommenden warnt. Das alles bei Linksverkehr und hunderten Mopeds, die wie lästige Gelsen von überall nach überall fahren und mir teilweise dreispurig entgegen kommen. Nach anstrengenden 2 Stunden Fahrt erreiche ich mein erstes Ziel. Die "Jatiluwih Rice Fields" sind ein UNESCO Kulturerbe. Diese liegen etwas abgelegen von den gängigen Reiserouten und somit ist es nicht ganz so touristisch. Außerdem sind die Straßen so eng, dass es kein Autobus hierher schaffen würde. Ich bin überwältigt und genieße diese beruhigende Harmonie der Reisfelder. Am Strassenrand blühen die Weihnachtssterne und ich bekomme Heimweh. Voll bepackte LKWs u...

ÜBERFAHRT NACH KOLUMBIEN

Martina 25.4.2015 Wir haben Kuba also wie geplant am 25.4. in der Früh verlassen. Vor uns liegen ca.580 sm und wir rechnen mit 5 Tagen und 4 Nächten. Zwischen Kuba, Haiti und Jamaika gibt es bekanntlicherweise entweder viel Wind oder nur umlaufende Schwachwinde. Unser Hauptaugenmerk lag aber auf die zu erwartenden Windverhältnisse vor dem Kap Aguja in Kolumbien. Denn am Festland ragt ein 5395 m hoher Berg in den Himmel. Dadurch entstehen hier laufend extrem starke Winde. Unter Seglern als eine sehr schwierige Strecke bekannt, Wind und Welle machen einem das Leben schwer. Es wird empfohlen den Bereich gut zu beobachten und mit einem Abstand von 100 sm zu umfahren. Schon mein Vater hat von einer seiner schwierigsten Überfahrten von den ABC Inseln (Curacao) nach Panama berichtet. In den Papierseekarten finden wir seine Wegpunkte mit einem Abstand von nur 50 sm. In unserer ersten Nacht auf der Höhe von Jamaika, kommt schön langsam Wind auf. 26.4.2015 Gleich nach der südöstlich von Jamaika ...