Florian
Wir fahren nicht auf den großen Highways sondern auf den (für USA Verhältnisse) kleinen Straßen, die sich durchs Land schlängeln. Die Weite des Landes ist schon unglaublich. In Oklahoma endlose Wälder mit Stauseen und so gondeln wir nach Norden durch das Land der Cherokee Indianer. Auf einer Wiese sehen wir sogar eine Herde Bisons grasen.
Auffallend ist, dass in allen Indianerreservaten Casinos stehen; die Indianerreservate genießen ja eine Sonderstellung in den USA. Die kleinen Ortschaften durch die wir fahren sind verschlafen, die Geschäfte verstaubt und die Farbe blättert ab.
Dafür gibt’s dazwischen immer Megashoppingcenter – keine Wunder also, dass die Ortszentren aussterben.
Und dann überqueren wir die Grenze nach Missouri und sind in Joplin. Eine größere Stadt – genauso verschlafen – aber die Main Street sieht aus wie aus einem Cowboyfilm. Martina schaut sich eine Modeboutique in einem der alten mehrstöckigen Häuser an; es hat eine Eisen-Kasettendecke. Auch die Fassaden der Häuser sind vielfach aus Eisen.
Wir fahren ein Stückchen auf der Route 66 und dann verändert sich die Landschaft. Aus Wald werden weitläufige Felder, aus endloser Ebene werden Hügel – es gibt hier einfach sehr, sehr viel Platz und es ist alles sehr, sehr grün.
Schließlich finden wir ein nettes Motel in Stockton am gleichnamigen See. Und ich bin schon aufgeregt, da wir morgen in Higginsville ankommen werden; dem Ort in dem ich 1984/85 mein Schuljahr als AFS-Austauschschüler verbracht habe.