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GET READY!

08.-10.11.2017

Florian

Wir haben FELIX jegliche Unterstützung zukommen lassen, die möglich war und so laufen nun Ben und Hellen mit den knallroten ESPERANZA T-Shirts herum und sind so auch leicht zu entdecken. Ich konnte auch ein wenig mit meinen anwaltlichen Fähigkeiten zur friedlichen Abwicklung des Schadens beitragen, denn FELIX wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem anderen KAT - WIND OF CHANGE, die unmittelbar vor FELIX lag und selbst im Sturm losgerissen wurde - vom Steg losgerissen und sind so leider zum "Handkuss" gekommen. FELIX hat ihrerseits das Schiff neben uns beschädigt - ein junges Pärchen aus den USA, die eher verzweifelt waren, bis ich ihnen erklärt habe, was sie unternehmen müssen, um ihren Schaden ersetzt zu bekommen (es ist offensichtlich nicht überall der Unterschied zwischen einer Haftpflicht- und einer Vollkaskoversicherung bekannt; ich durfte im Zuge dieses Vorfalls einige Polizzen einer Prüfung unterziehen). Schließlich wurde auch der Kat BE AND BE beschädigt, wahrscheinlich ebenfalls von WIND OF CHANGE. Also eine recht komplexe Situation, deren versicherungstechnische Abwicklung ich durch Befragung einiger Zeugen - von denen wir ja selbst zwei waren - in die richtigen Bahnen lenken konnte. Ich hätte nicht gedacht, dass meine anwaltlichen Fähigkeiten auf unserer Weltumsegelung doch einmal dringend gebraucht würden - man lernt eben nichts umsonst.

FELIX wurde jedenfalls notdürftig abgedichtet, indem eine Gummimatte unter einer Sperrholzplatte von außen mit etwa 30 Holzschrauben direkt in den Rumpf geschraubt wurde. Gleichzeitig wurde sie ausgepumpt und danach der Versuch unternommen sie mit zwei Autokränen aus dem Wasser zu heben. Der Versuch misslang, da sie durch das eingedrungene und noch vorhandene Wasser zu schwer war und FELIX zu weit vom Ufer entfernt lag, sodass die Gefahr bestand, dass die beiden Autokräne ins Wasser kippen könnten. Schließlich wurde FELIX den Burnett River nach Bundaberg hinauf geschleppt und dort bei einem großen Slip auf einem Wagen aus dem Wasser gezogen.

Die Welcoming-Week der Down Under Rally geht mittlerweile weiter, nachdem der erste Schock und die gröbsten Folgen des Sturmes überwunden sind. Ich darf mein musikalisches Talent am Mittwoch bei einem musikalischen Abend gemeinsam mit Rob von der SHENANIGANS und Alice von LIONHEART einbringen.




Wir holen uns auch noch wertvolle Informationen über die Strecke von Bundaberg bis Darwin (die wir ab April zurücklegen werden) bei einem Lichtbildvortrag.

Am Freitag wird die ESPERANZA aus dem Wasser gekrant und auf dem Langzeit-Abstellplatz der Marina sicher verstaut und verzurrt - durch den Sturm ist man vorgewarnt, denn es sind auch drei Schiffe im Arbeitsbereich der Marina beim Sturm von ihren Stützen gefallen.






Gleichzeitig organisiere ich uns das Antifouling, das wir im März auftragen wollen. Leider gibt es hier das PPG SIGMA Ecofleet 530 nicht, das ist für Australien zu giftig, aber PPG empfiehlt das SIGMA ABC3 statt dessen - ein weiches Antifouuling - möge es uns gut bis ins Mittelmeer bringen. Das letzte Mal war unsere ESPERANZA vor gut zwei Jahren in der Shelter Bay Marina aus dem Wasser und wurde Antifouling gemacht - und es sieht auch noch gut aus; ich kann das Ecofleet 530 daher nur empfehlen.

Freitag Abend gibt es einen letzten Musikabend, bei dem ich nur mit geborgten Gitarren spielen kann, denn meine Instrumente sind ja bereits mit der ESPERANZA weggesperrt. Es wird ein langer sehr netter Abend, bei dem ich John und Leann für ihre gute Betreuung im Rahmen der DOWN UNDER RALLY (DUR) danken kann. Sie haben die Rally wirklich gut organisiert und tolle finanzielle Vorteile für uns Segler ausverhandelt, sodass ich diese Rally nur voll und ganz empfehlen kann. Schließlich dürfen wir bei unseren lieb gewonnenen Schweizer Freunden Benu und Silvia von der QUO VADIS Unterschlupf für die Nacht auf Samstag nehmen. Unsere Zeit in Bundaberg geht fürs erste zu Ende - unser Abenteuer Neuseeland beginnt!

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